...aber bitte mit Blut!

 Männliche ostafrikanische Springspinne beim Verzehr eines Moskitos - die Spinnen haben es gezielt auf blutschwangere Moskitos abgesehen. Bild: Robert R. Jackson.
Männliche ostafrikanische Springspinne beim Verzehr eines Moskitos - die Spinnen haben es gezielt auf blutschwangere Moskitos abgesehen. Bild: Robert R. Jackson.
Ostafrikanische Springspinnen bevorzugen Mahlzeiten aus Moskitos, die sich vorher mit dem Blut von Wirbeltieren vollgesogen haben. Das haben Forscher im Versuch mit Spinnen der Gattung Evarcha herausgefunden. Die Springspinnen zogen weibliche, blutschwangere Moskitos allen anderen Nahrungsangeboten vor. Der Blutdurst der Spinnen übertrumpfte selbst die Präferenzen in Bezug auf die Größe der Beute. Springspinnen sind damit der erste bekannte Räuber, der seine Beute nach dessen Ernährungsgewohnheinten aussucht.
Die Forscher testeten nicht nur, ob die Spinnen tatsächlich blutgesättigte Moskitos bevorzugen, sondern auch, wie sie ihre Beute auswählen. Im einen Versuch mussten sich die Spinnen bei der Beuteauswahl einzig auf ihre Augen verlassen, denn die Beute war abgetötet und in Ethanol getaucht worden ? es war kein Eigengeruch mehr vorhanden. Im zweiten Versuch war die Beute versteckt und nur ihr jeweiliger konzentrierter Geruch strömte durch einen kleinen Schlauch in den Versuchskasten mit der Spinne. Das Ergebnis: Die Springspinnen wählten in beiden Szenarien weit häufiger die blutgetränkten weiblichen Moskitos als die alternativ angebotenen männlichen Moskitos, mit Zuckerwasser gefütterte weibliche Moskitos oder andere Insekten und Spinnen.

Im Gegensatz zu Zecken oder weiblichen Moskitos haben Spinnen keine Mundwerkzeuge, mit denen sie direkt Blut aus Wirbeltieren saugen könnten. Die Forscher vermuten daher, dass die Spinnen gezielt mit Blut vollgesogene Moskitos auswählen, um Blut auf den eigenen Speiseplan zu bringen. Diese Präferenz ist angeboren, wie die Wissenschaftler in einem weiteren Versuch zeigten. Dabei ließen sie Springspinnen zunächst gänzlich ohne Blutmahlzeiten aufwachsen. Trotzdem wählten die Spinnen später deutlich häufiger die blutschwangeren weiblichen Moskitos aus als andere Beute.

Warum die Spinnen so sehr auf Blut stehen, können die Forscher noch nicht sicher sagen. Vorläufige Ergebnisse legen nahe, dass die Spinnen es tatsächlich auf das Blut selbst angelegt haben und nicht in erster Linie auf die Trägheit der blutschwangeren Moskitos fixiert sind. Auch sind in ihrem natürlichen Lebensraum kleine Mücken, die kein Blut saugen, die häufigsten Insekten und leichter zu haben als vollgesogene Moskitos.
Robert Jackson ( Canterbury-Universität, Christchurch) et al.: PNAS, Bd.102, No.42, S.15155

ddp/wissenschaft.de ? Christina Schallenberg


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