Junge Riesengalaxie aus der Kindheit des Universums

Astronomen haben eine Galaxie entdeckt, die in der Anfangszeit des Universums entstand und dennoch achtmal mehr Sterne enthält als die Milchstraße. Bislang galten solche jungen Galaxien als relativ sternenarm. Zumindest einige Galaxien müssen sich aber bereits am Anfang der Entstehung des Universums rasch und vollständig entwickelt haben, interpretieren die Forscher um Bahram Mobasher vom Space Telescope Science Institute in Baltimore ihre Ergebnisse.
Die Wissenschaftler um Bahram Mobasher entdeckten die Galaxie zwischen rund 10.000 anderen Galaxien im so genannten Hubble Ultra Deep Field (UDF). Die Galaxie zählt zu den am weitesten entfernten Galaxien, die bisher bekannt sind. Zum Zeitpunkt ihrer Entstehung war das Universum gerade etwa 800 Millionen Jahre alt, schätzen die Forscher. Da die Galaxie so weit entfernt ist, hat ihr Licht erst jetzt, nach mehr als zehn Milliarden Jahren, die Erde erreicht.

Da diese Galaxie noch so jung ist, hatten die Forscher eigentlich erwartet, sie müsse auch dementsprechend klein sein. Bislang waren Astronomen der Meinung, in Galaxien, die bereits in dieser Anfangszeit des Universums gebildet wurden, waren nur wenige Sterne vorhanden. Erst durch die Verschmelzung von kleineren Galaxien hätten sich stückweise massereichere Galaxien gebildet. Bei der nun beobachteten Galaxie ging die Entwicklung jedoch sehr viel schneller vonstatten. Da in der Galaxie keine Sterne mehr gebildet werden, müsse es bei ihrer Entstehung eine regelrechte Explosion von Sterngeburten gegeben haben, erklären die Wissenschaftler.

Wie weit die Galaxie tatsächlich entfernt ist, können die Astronomen noch nicht ganz sicher sagen. Ihre Schätzung beruht auf einer Kombination von Informationen des Weltraumteleskops Hubble, des Spitzer Space Telescope und des Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte. Mithilfe dieser Daten können die Astronomen abschätzen, wie weit die Galaxie entfernt ist, wie alt sie ist und wie viele Sterne sie enthält.
Pressemitteilung der ESA

ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi


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