Was Kater und Krebs gemeinsam haben

Wer häufig die Nächte durchzecht, hat ein größeres Magen- und Darmkrebsrisiko. Verantwortlich dafür sind körpereigene Stoffe, die so genannten Polyamine, haben amerikanische Forscher nun herausgefunden: Die kleinen Moleküle wandeln ein Abbauprodukt des Alkohols in einen Stoff um, der die DNA schädigt. Dies wiederum kann zur Entstehung von Krebs führen.
Bereits in früheren Studien gab es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Genuss von alkoholischen Getränken und einem erhöhten Risiko für Krebs im Verdauungstrakt. Bislang stand die Substanz Acetaldehyd im Verdacht, die krebserregende Komponente zu sein. Dieser Stoff bildet sich, wenn der Körper Alkohol abbaut und ist auch für die lästigen Katersymptome nach dem Alkoholkonsum verantwortlich. Wie Acetaldehyd genau wirkt, war allerdings bislang unklar.

Die Forscher um Jacob Theruvathu untersuchten daher die Reaktion von so genannten Polyamine mit Acetaldehyd. Polyamine sind natürliche Bestandteile der Zelle und galten bisher als Schutzstoffe: Sie sind wichtig für das Zellwachstum und schützen die DNA vor oxidativen Schäden. Nach dem Genuss von Alkohol jedoch erleichtern die Polyamine die Umwandlung des Acetaldehyds in Crotonaldehyd, stellten die Forscher fest. Dieser Umweltschadstoff verändert die DNA und führt so zur Entstehung von Krebs.

Auch in früheren Studien war bereits gezeigt worden, dass der schädliche Crotonaldehyd aus Acetaldehyd entstehen kann. In diesen Untersuchungen waren jedoch immer sehr große Mengen Acetaldehyd verwendet worden. Theruvathu und seine Kollegen wiesen nun nach, dass für die Bildung des Crotonaldehyds und damit für die Krebsentstehung schon so geringe Mengen Acetaldehyd ausreichen, wie sie im Speichel von Alkohol konsumierenden Menschen vorkommen.

Jacob Theruvathu ( National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism, Bethesda) et al.: Nucleic Acid Research, Bd. 33, S. 3513
ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi


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