Wie Pilze gegen Malaria helfen können

Britische Forscher wollen Malaria mithilfe von Pilzen bekämpfen. Dazu werden die Pilze mit einem ölhaltigen Spray auf Wände oder Moskitonetze aufgesprüht und befallen den Überträger der Krankheit, die Anophelesmücke. Der Pilz ist bereits als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel zugelassen und wäre daher sofort verfügbar.
Weltweit erkranken mehr als 300 Millionen Menschen jährlich an der Tropenkrankheit Malaria, die unbehandelt häufig zum Tod führt. Verursacht wird die Erkrankung durch einen Einzeller namens Plasmodium, der durch Stiche der Anophelesmücke auf den Menschen übertragen wird. Im Kampf gegen die Malaria werden bislang vor allem Insektizide eingesetzt. Da jedoch immer mehr Mücken gegen diese chemischen Mittel resistent werden, besteht ein dringender Bedarf an alternativen Möglichkeiten.

Die Forscher um Simon Blanford haben nun ein Spray hergestellt, das den Pilz Beauveria bassiana enthält. Mit diesem Pilzspray besprühten sie entweder die Anophelesmücken direkt oder behandelten Käfignetze, in denen die Moskitos eingeschlossen waren. In beiden Fällen waren nach 14 Tagen mehr als 90 Prozent der Insekten tot. Dies entspricht genau dem Zeitraum, den die Plasmodien benötigen, um infektiös zu werden.

Die Infektion der Mücken erfolgt innerhalb weniger Stunden allein durch einen äußerlichen Kontakt mit den Pilzen, erklärt Blanford. Die Pilze durchdringen die Körperdecke der Insekten und vermehren sich in deren Inneren. Zur effektiven Bekämpfung genügt es daher, beispielsweise die Wände mit dem Mittel zu besprühen, wo sich die Insekten nach ihrem blutigen Mahl häufig niederlassen. Zudem hält die Wirkung des Pilzsprays über Wochen an, so dass nur selten nachbehandelt werden muss.

Ein ähnlicher Ansatz hat sich bereits unter Alltagsbedingungen in Tansania bewährt: Das internationale Forscherteam um Ernst Jan-Scholte von der Universität Wageningen in den Niederlanden behandelte Baumwolltücher mit einem Pilz, der momentan gegen Heuschrecken eingesetzt wird. Die Tücher wurden in den Häusern der Einheimischen aufgehängt. Rund ein Viertel der Mücken konnte dadurch mit dem Pilz infiziert und abgetötet werden. Bereits diese geringe Ausbeute reduzierte die Menge an infektiösen Mückenstichen pro Person um mehr als 75 Prozent, betonen die Forscher ebenfalls in Science (Bd. 308, S. 1641).

Simon Blanford ( Universität in Edinburgh) et al.: Science, Vol. 308, S. 1638
ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Offermann


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