Wie Spinnenmännchen ihr erstes Mal überleben

Männliche Schwarze Witwen schnüren vor der Paarung ihren Unterleib ein. Damit haben sie eine größere Überlebenschance, wenn die Weibchen sie während des Geschlechtsakts anknabbern. So haben sie bessere Aussichten auf eine zweite Kopulation und damit für eine Vaterschaft. Das haben kanadische Verhaltensforscher herausgefunden.
Weibliche australische Schwarze Witwen(Latrodectus hasselti) beginnen noch während der Kopulation, den hinteren Teil des Unterleibs ihrer männlichen Partner anzuknabbern. Rund 12 Prozent der Männchen überleben diesen Kannibalenakt nicht. Eine zweite Kopulation würde jedoch die Chance auf eine Vaterschaft des Spinnenmännchens um 50 Prozent erhöhen. Die Weibchen besitzen nämlich zwei Organe zur Aufbewahrung der Spermien, die nacheinander gefüllt werden. Stirbt das Männchen also nach der ersten Kopulation, werden die Spermien seines Rivalen später im zweiten Organ gespeichert.

Die Männchen der Schwarzen Spinne haben deshalb einen Trick entwickelt: Bereits während der Balz schnüren sie mithilfe ihrer Bauchmuskulatur ihren Unterleib ein, haben die Forscher festgestellt. Die Biologen verletzten dann den hinteren Teil des Unterleibs dieser Männchen in ähnlicher Weise wie es das Weibchen während des Geschlechtsakts macht. Die Spinnenmännchen zeigten daraufhin eine längere Ausdauer, eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit, ein längeres Balzverhalten und einen größeren Fortpflanzungserfolg. Wurde jedoch der vordere Teil des Unterleibs verletzt, hatte die Einschnürung keine schützende Wirkung.

Durch das Einschnüren des Unterleibes könnte trotz der Fresswunden im hinteren Bauchteil der hydraulische Druck aufrechterhalten werden, der für die Fortbewegung notwendig ist, erklären die Forscher. Durch die Abschnürung könnten aber auch die hinteren Bauchorgane nach vorne geschoben und so vor den Bissen des Weibchens geschützt werden.

Maydianne Andrade ( Universität von Toronto, Scarborough) et al.: Proceedings of the Royal Society: Biology Letters, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1098/rsbl.2005.0318
ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi


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