Koffein macht den Zuckerstoffwechsel träge

Koffein kann die Insulinresistenz fördern und damit die Entwicklung von Diabetes begünstigen. Diesen Effekt haben kanadische Mediziner bei insgesamt 23 Männern beobachtet. Darunter waren sowohl schlanke als auch übergewichtige Probanden und Versuchspersonen mit Diabetes. Über ihre Ergebnisse berichten Robert Ross von der Queens-Universität in Kingston und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Diabetes Care (Bd. 28, S. 566).
Wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt, setzt der Körper Insulin frei, das dafür sorgt, dass der Zucker wieder abgebaut wird. Bei einer Insulinresistenz muss der Blutzuckerspiegel jedoch deutlich höher klettern, bevor dieser Mechanismus in Gang gesetzt wird. Die Empfindlichkeit für Insulin ist dabei deutlich herabgesetzt, was mit der Zeit zu Problemen bis hin zur Diabetes führen kann.

Die Mediziner untersuchten in ihrer Studie den Zuckerstoffwechsel vor und nach einem dreimonatigen Trainingsprogramm bei acht schlanken und sieben übergewichtigen Männern sowie bei acht übergewichtigen Probanden mit Diabetes. In dieser Zeit erhielten die Probanden entweder ein Koffein-Präparat oder ein wirkstofffreies Placebo.

Vor dem Training reduzierte das Koffein im Vergleich zum Scheinmedikament bei allen Männern die Empfindlichkeit für Insulin um rund ein Drittel. Doch auch nach dem Fitnessprogramm war der Effekt weiterhin zu beobachten: Die Insulinempfindlichkeit sank durch die Koffeineinnahme bei schlanken Männern um 23 Prozent, bei den Überwichtigen um 26 Prozent und bei den Probanden mit Diabetes nach wie vor sogar um mehr als 33 Prozent.

Das Ergebnis stellt einerseits frühere Forschungsergebnisse in Frage, nach denen Kaffee möglicherweise Diabetes vorbeugen kann. Dennoch sind die Erkenntnisse der Kanadier andererseits noch kein Grund, auf den morgendlichen Kaffee zu verzichten. Denn das aromatische Getränk enthält neben Koffein noch weitere Substanzen wie Antioxidantien, Kalium oder Magnesium, die wiederum eine positive Wirkung auf den Zuckerstoffwechsel haben könnten. "Wenn man jemandem reines Koffein ohne all die anderen in Kaffee enthaltenen Substanzen verabreicht, ist das etwas völlig anderes", erklärt Ross.
ddp/wissenschaft.de ? Cornelia Dick-Pfaff


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