Bio-Barcode verrät Alzheimer

Ein neu entwickeltes Diagnoseverfahren könnte in Zukunft die Alzheimer-Erkrankung bereits vor dem Eintreten der ersten Symptome erkennen und so eine frühzeitige Behandlung ermöglichen. Amerikanische Wissenschaftler haben die sogenannte Bio-Barcode Methode entwickelt, die auch geringste Spuren des so genannten ADDL-Moleküls in der Rückenmarksflüssigkeit von Patienten messen kann. Dieses kleine Eiweißmolekül gilt als eindeutiger Hinweis auf einer Alzheimer-Erkrankung. Über ihre Ergebnisse berichten Chad Mirkin und William Klein von der Universität in Evanston im Fachmagazin PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, DOI:10.1073/pnas.0409336102).
Da das ADDL-Molekül besonders in der Anfangsphase der Erkrankung nur in sehr geringer Menge auftritt, konnten es die Wissenschaftler mit herkömmlichen Messverfahren bisher nicht nachweisen. Die neue Methode ist jedoch eine Million Mal empfindlicher als die bekannten Analyseverfahren. Dabei wird ein kleines Magnetpartikel und Hunderte von Kopien eines DNA-Moleküls an jedes ADDL-Molekül gehängt. Mithilfe der Magnetpartikeln kann ein Magnet die ADDL-Moleküle aus der Probe holen. Beim Erhitzen lösen sich die DNA-Kopien von den ADDL-Molekülen ab und können detektiert werden. Die Menge an DNA-Molekülen gibt Aufschluss über die ADDL-Konzentration.

Diese Methode könne bald zu einem routinemäßigen Diagnoseverfahren nicht nur für Alzheimer werden, sondern auch für Erkrankungen wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, HIV-Infektionen oder Prostatakrebs. Bei vielen Krankheiten seien geringe Mengen solcher so genannter Markermoleküle schon vor dem Auftreten der ersten Symptome vorhanden, erklärt Mirkin.

Alzheimer ist die häufigste Demenzerkrankung und betrifft zwei Prozent der über 65-Jährigen und 25 Prozent der Menschen über 85 Jahren. Sie ist gekennzeichnet durch fortschreitenden Gedächtnisverlust, Desorientierung und Persönlichkeitsveränderungen. Die Erkrankung kann bisher nur indirekt mit 85-prozentiger Sicherheit durch den Ausschluss anderer Krankheiten diagnostiziert werden. Erst durch eine Autopsie nach dem Tod der Patienten kann Alzheimer mit Sicherheit festgestellt werden.
ddp/wissenschaft.de ? Birgit Buchroithner


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