Kamillentee zeigt, was in ihm steckt

Das alte Hausmittel Kamillentee hat eine messbare Wirkung bei Gesundheitsbeschwerden: Britische Forscher haben im Urin von 14 Kamillenteetrinkern Stoffwechselprodukte gefunden, die auf eine antibakterielle, muskelentspannende und beruhigende Wirkung des Tees hindeuten. Das berichten Elaine Holmes vom Imperial College in London und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift Journal of Agricultural and Food Chemistry (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1021/jf040188w).
Im alten Ägypten wurde die Kamille wegen ihrer Blütenform auch als Blume des Sonnengottes bezeichnet und aufgrund ihrer vielseitigen Heilwirkung hoch geschätzt. Auch heute noch werden Tees und Extrakte aus Kamille gegen alle möglichen Beschwerden wie Atemwegsreizungen, Magen- und Darmproblemen und Nervosität eingesetzt.

Um die gesundheitsfördernde Wirkung genauer zu untersuchen, ließen Holmes und ihr Team 14 Probanden zwei Wochen lang täglich fünf Tassen Kamillentee trinken. Bei der Untersuchung von Urinproben der Teilnehmer fanden die Forscher deutlich erhöhte Mengen an Hippursäure, einer Substanz, die unter anderem beim Abbau antibakteriell wirksamer Phenole im Körper entsteht. Auch die Menge der krampflösenden und nervenentspannenden Aminosäure Glycin war nach der Teekur höher als vorher, entdeckten die Forscher. Die Konzentrationen beider Substanzen blieben noch bis zu zwei Wochen nach Ende der Kur erhöht.

Die Forscher halten die Funde für deutliche Hinweise darauf, dass Kamillentee tatsächlich das Immunsystem ankurbelt und so hilft, unter anderem Atemwegsinfekte zu bekämpfen. Das Glycin wirke zusätzlich gegen Verspannungen und könne so beispielsweise Menstruationskrämpfe lösen. Außerdem habe es eine milde beruhigende Wirkung, so die Forscher. Weitere Studie müssten nun jedoch die genauen Wirkmechanismen aufklären.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel


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