Pneumothorax in der Disko

Wummernde Bässe und laute Musik schaden nicht nur den Ohren, sondern können auch die Lunge kollabieren lassen. Ein britisch-belgisches Ärzteteam hat Hinweise auf einen solchen Zusammenhang bei vier jungen Männern gefunden, die einen so genannten Pneumothorax erlitten, während sie extrem lauter Musik ausgesetzt waren. Dabei fiel ein Teil der Lunge in sich zusammen, weil durch Geweberisse Luft in den Spalt zwischen Lungenflügel und Lungenfell eingedrungen war. Die Forscher um Marc Noppen von der Freien Universität Brüssel beschreiben die Fälle in der Fachzeitschrift Thorax (Bd. 59, S. 722).
Drei der Männer befanden sich gerade bei einem Rockkonzert, als sie die typischen Schmerzen in der Brust spürten, berichten die Mediziner. Der vierte erlitt den Kollaps in seinem Auto, das mit einer extrem leistungsfähigen Musikanlage ausgestattet war. Nach Ansicht der Forscher sind wahrscheinlich besonders die Bassfrequenzen dafür verantwortlich, denn sie können im ganzen Körper gespürt werden. Beginnen die Lungenflügel dann in der gleichen Frequenz zu vibrieren, kann das zu Rissen im Gewebe führen, die schließlich den Lungenkollaps verursachen.

Viele Fälle von Pneumothorax treten spontan ohne vorhergehende Erkrankung oder Warnsignale auf. Sie betreffen am häufigsten große, schlanke Männer, die jünger als 40 Jahre sind. Sporadische Berichte aus verschiedenen Kliniken deuten nach Ansicht von Marc Noppen darauf hin, das zumindest einige dieser unerklärten Fälle ebenfalls von lauter Musik ausgelöst worden sein könnten. Noppen und seine Kollegen empfehlen daher, bei ungeklärter Ursache gezielt nach den Hörgewohnheiten der Patienten zu fragen.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel


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