Wie kommen die uralten Galaxien in den Weltraum?

Zwei Forschergruppen aus Italien und den Vereinigten Staaten haben mit terrestrischen Teleskopen riesige Galaxien in den Tiefen des Alls entdeckt, die ihrer Rotverschiebung nach schon etwa drei bis vier Milliarden Jahre nach dem Urknall entstanden sind. Diese Entdeckung steht in direktem Konflikt mit den Theorien zur Entstehung und Entwicklung des Kosmos. berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature (Band 430 Seite 181).
Andrea Cimatti von dem Nationalinstitut für Astrophysik in Italien und ihre Kollegen benutzten für ihre Studie ein Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile. Bei einer Durchforstung eines als Hubble Ultra Deep Field bezeichneten Ausschnitts des Sternenhimmels fanden die Forscher dabei zahlreiche ultraschwere Galaxien, die vor mehr als zehn Milliarden Jahren entstanden sind. Die Altersbestimmung wurde dabei durch die charakteristische Rotverschiebung der von den Galaxien ausgesandten elektromagnetischen Strahlung ermöglicht.

Eine Forschergruppe der John Hopkins Universität kam nach Untersuchungen mit dem auf Hawaii stationierten Gemini Teleskop zu dem gleichen Schluss ? Galaxien einer Masse von etwa 1000 Milliarden Sonnenmassen entstanden schon in der Frühzeit des Universums.

Der herkömmlichen Theorie der Galaxieentstehung nach sollten schwere Galaxien durch das Verschmelzen von leichteren entstanden sein, ausgelöst durch deren gegenseitige Gravitationsanziehung. Die Riesengalaxien hätten sich so allerdings erst etwa sechs bis acht Milliarden Jahre nach dem Urknall bilden können. Die beiden Forschergruppen hoffen nun, dass ihre Ergebnisse bei der Aufstellung einer neuen Theorie behilflich sein können.
Stefan Maier


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