In den vermeintlichen Blüten lauert der Tod

Spinnen imitieren Blüten und locken damit Bienen an. Das haben Wissenschaftler der Tunghai-Universität in Taiwan gezeigt. Forscher dachten bisher, dass Spinnen am erfolgreichsten bei der Jagd sind, wenn sie besonders gut getarnt in dunklen Ecken lauern. Spinnen der Art Nephila pilipes sind jedoch sehr auffällig gemustert und sehen für Bienen einer Blüte zum Verwechseln ähnlich. So verfangen sich die Insekten in den Netzen der Räuber. Über ihre Entdeckung berichten I-Min Tso und ihre Kollegen im Fachmagazin Journal of Experimental Biology (Bd. 207, S. 2631, doi: 10.1242/jeb.01111).
Spinnen haben im wesentlichen zwei Taktiken entwickelt, um an Futter zu gelangen: Sie begeben sich aktiv auf die Jagd und stellen flink ihrer Beute nach oder sie weben ein klebriges Netz und lauern geduldig auf unglückliche Opfer. Eine gute Tarnung kann dabei von Vorteil sein ? nicht jedoch bei den Spinnen der Art Nephila pilipes, wie I-Min Tso und ihre Kollegen zeigten: Exemplare mit leuchtender Musterung fingen etwa doppelt so viele Bienen in ihrem Netz wie unscheinbar gefärbte Spinnen.

Auf der Suche nach einer Erklärung maßen die Wissenschaftler das von der Spinne reflektierte Strahlenspektrum. Diese Daten verglichen sie mit computergestützten Modellen, die die Sichtverhältnisse von Bienen berechnen können. Das Ergebnis: Für Bienen sehen die auffällig gezeichneten Spinnen wie Blüten aus und wirken dementsprechend attraktiv. So getäuscht, geraten die Bienen beim Anflug in das Netz, das die vermeintliche Blüte umgibt.
ddp/bdw ? Kathrin Lengfellner


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