Neuer Detektor für Dunkle Materie sieht ? nichts

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat auf dem Frühjahrstreffen der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft in Denver neue Ergebnisse der Suche nach der mysteriösen Dunklen Materie vorgestellt. Demnach hat auch der neueste und bisher empfindlichste Detektor für eine bestimmte Art von Dunkler Materie bisher nichts gefunden. Die Studie widerspricht damit früheren Befunden aus dem Gran Sasso Laboratorium in Italien.
Forscher des Nationallaboratoriums von Gran Sasso in Italien hatten geglaubt, innerhalb der letzten Jahre mit ihrem Detektor möglicherweise eine spezielle Variante Dunkler Materieteilchen bei ihrem Flug durch die Erde beobachtet zu haben. Diese so genannten WIMPS (weakly interactive massive particles) werden schon seit vielen Jahren von Theoretikern postuliert und sollen viel schwerer als alle bisher bekannten Elementarteilchen sein. Einer als Supersymmetrie bezeichneten Theorie zu Folge wechselwirken sie zudem nur über die Schwache Kraft und sind damit nur äußerst schwer zu beobachten.

Harry Nelson von der Universität von Santa Barbara in Kalifornien und seine Kollegen glauben nun allerdings, dass die positive Sichtung von WIMPS in Italien wohl nicht haltbar ist. Ein seit November letzten Jahres in einer Eisenmine in Minnesota vergrabener Detektor für WIMPS hat nämlich bis jetzt kein einziges Teilchen registriert. Da der neue Detektor etwa 50 mal empfindlicher als der des Gran Sasso ist, sind dessen Ergebnisse damit sehr in Frage gestellt.

Der neue Detektor ist ebenso wie der des Gran Sasso in einer Mine vergraben, um ihn vor Einflüssen aus der Umgebung abzuschotten. Zudem ist er auf fast den absoluten Nullpunkt abgekühlt, damit Moleküle in seiner Umgebung durch thermische Bewegungen keinen Fehlalarm auslösen.

Das Herzstück des Detektors besteht aus sechs Kristallen aus Germanium und Silizium, die mit einem Schwingungssensor verbunden sind. Wenn ein WIMP auf einen derartigen Kristall trifft, so beginnt dieser zu schwingen, was dann mit dem Sensor nachgewiesen werden kann. Bisher schweigt dieser allerdings.
Stefan Maier


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