Erster Gruß von Phobos?

Ein faustgroßer Meteorit, der 1980 in einer russischen Militärbasis im Jemen einschlug, könnte eine erste Probe vom Mars-Mond Phobos sein. Zu diesem Schluss kommt der russische Forscher Andrej Iwanow vom Wernadski-Institut in Moskau, der den Meteoriten in den letzten zwanzig Jahren gründlich untersucht hat. Das schreibt das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausgabe 24. April, S. 17)
Iwanow berichtet, dass der rätselhafte Kaidun-Meteorit keinem anderen der 23.000 bekannten Meteoriten auf der Erde ähnelt. Der Forscher benutzte ein Elektronenmikroskop, um die Kristallstruktur des kosmischen Steins zu entschlüsseln, durchleuchtete ihn mit Röntgenstrahlen und verdampfte kleine Stückchen, um die chemische Zusammensetzung herauszufinden. Bei jeder Probe stießen Iwanow und sein Kollege Michael Zolensky vom Johnson Space Center der Nasa auf etwas "Neues und Eigenartiges", so die Forscher.

Ihr Ergebnis: Der größte Teil des Steins besteht aus kohlenstoffreichem Material, wie es in primitiven Meteoriten häufig zu finden ist. Besondere Rätsel gaben dem Forscher aber zwei Stückchen Vulkangestein auf: Solches Gestein kann sich nur auf einem planetenähnlichen Körper mit Kruste, Mantel und Kern bilden.

Dieser Fund wäre erklärbar, wenn der Meteorit vom Mars-Mond Phobos stammt. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind beide Mars-Monde eingefangene Asteroiden. Bei Einschlägen auf dem Mars könnte vor allem Phobos jedoch mit flüssigem Gestein aus der Mars-Kruste vollgespritzt worden sein. Denn der kleine Mond kreist nur 6000 Kilometer über der Oberfläche des roten Planeten.

Falls die europäische Weltraumorganisation Esa ihren Plan in die Tat umsetzt, eine Mission zum bislang von Raumsonden noch nicht besuchten Phobos zu schicken, könnte Iwanow endlich Klarheit bekommen.

Iwanows Originalarbeit ist in der Fachzeitschrift Solar System Research (Bd. 38, S. 97) erschienen.
Ute Kehse


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