Operation hilft Tourette-Patienten

Amerikanischen Ärzten ist es gelungen, durch eine Gehirnoperation bei einem Patienten die Symptome des so genannten Tourette-Syndroms zu lindern. Die Mediziner setzten dem jungen Mann, der seit seiner Kindheit unter den typischen ruckartigen Bewegungen und den unkontrollierten Lautäußerungen gelitten hatte, eine Art Hirnschrittmacher ein, bei dem Elektroden die gestörten Signale im Gehirn ausgleichen. Seit der Operation seien sowohl die Zuckungen als auch das Grunzen nahezu vollständig verschwunden, teilt das Team um Robert Maciunas von der Case-Western-Reserve-Universität mit.
Menschen mit Tourette-Syndrom leiden an einer Verhaltens- und Bewegungsstörung. Wie unter Zwang machen sie plötzlich heftige, wiederholte Bewegungen und geben laute, nicht erkennbare Töne, manchmal aber auch Obszönitäten von sich. Solche Ausfälle werden auch als "Tics" bezeichnet. Während das Tourette-Syndrom früher als rein psychische Erkrankung angesehen wurde, gilt es mittlerweile als sicher, dass es auf Störungen der Nervenweiterleitung im Gehirn beruht. Die genauen Ursachen sind jedoch noch nicht bekannt. Bei den meisten Betroffenen lassen sich die Symptome mithilfe von Medikamenten in den Griff bekommen.

Manchmal verschlimmert sich die Krankheit jedoch mit dem Alter, was auch bei dem jetzt von Maciunas und seine Kollegen operierten Patienten der Fall war. Die Neurochirurgen verwendeten bei der Operation eine Technik, die bereits bei vielen Parkinson-Patienten angewendet wird, um deren Bewegungsstörungen zu beheben: Nach einer genauen Kartierung des Gehirns setzten sie dem Patienten mehrere Elektroden ein, die unkontrollierte oder falsche Signale an das Bewegungszentrum abfangen. Eine solche Operation komme jedoch nur für wenige Tourette-Patienten in Frage, gibt Maciunas zu bedenken. Sie solle nur als letzter Ausweg betrachtet werden, wenn die medikamentöse Therapie nicht mehr greife.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel


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