Kühlen schnelle Teilchen aus der Milchstraße die Erde ab?

Die Wanderung des Sonnensystems durch die Milchstraße verursacht möglicherweise periodische Klimawechsel auf der Erde. Immer wenn die Erde einen der vier Spiralarme der Milchstraße durchquerte, kühlte sich der Planet für viele Jahrmillionen deutlich ab. Das berichtet ein Forscherteam im Fachmagazin GSA Today (Juli 2003, S. 4).
Nir Shaviv von der Hebrew University of Jerusalem und Ján Veizer von der Ruhr-Universität Bochum fanden heraus, dass etwa alle 137 Millionen Jahre längere Eiszeitalter über die Erde hereinbrachen. Genau in den gleichen Zeiträumen, so stellten Shaviv und Veizer fest, wurde das Sonnensystem von besonders viel kosmischer Strahlung durchströmt. Die Häufung der kosmischen Teilchen traf außerdem jeweils mit der Passage des Sonnensystems durch einen der vier Spiralarme der Milchstraße zusammen.

Dort werden besonders viele kurzlebige, massive Sterne geboren, die in gewaltigen Supernovaexplosionen zugrunde gehen. Bei diesen Explosionen werden unter anderem Protonen erzeugt, die seit einiger Zeit im Verdacht stehen, das Erdklima zu beeinflussen. Es gibt Hinweise darauf, dass sie die Bildung niedriger Wolken anregen, die wiederum das Klima abkühlen.

Shaviv und Veizer ziehen aus ihren Ergebnissen den Schluss, dass das Treibhausgas Kohlendioxid das Klima auf der Erde über längere Zeiträume nur wenig bestimmte. Mindestens zwei Drittel des Temperaturverlaufs in den letzten 500 Millionen Jahren gingen auf Kosten der kosmischen Strahlung, berichten die beiden. "Das ist keine Entschuldigung dafür, Ressourcen zu verschwenden", sagt Nir Shaviv. "Aber der Punkt ist, dass Kohlendioxid nicht so ein Bösewicht ist, wie viele sagen."

Klimaexperten stehen der Studie skeptisch gegenüber. Sie weisen darauf hin, dass die Daten zum Temperatur- und CO2-Verlauf für solch lange Zeiträume unsicher sind.
Ute Kehse


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