Riesenmeteorit schlug vor 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde ein

Ein zwanzig Kilometer großer Meteorit schlug vor dreieinhalb Milliarden Jahren auf der Erde ein und löste eine gewaltige Flut- und Schockwelle aus. Das schreiben amerikanische Geologen im Fachmagazin "Science" (Bd. 297, S. 1325). Es ist der früheste bekannte Meteoriteneinschlag in der Geschichte des Planeten.
Der Meteorit war etwa doppelt so groß wie der Himmelskörper, der vor 65 Millionen Jahren den Dinosauriern den Garaus machte, schätzen Gary R. Byerly von der Staatsuniversität Louisiana und Donald R. Lowe von der Stanford-Universität. Der schnelle Gigant durchquerte auf seinem Flug zur damals überwiegend von Wasser bedeckten und nur von Einzellern bewohnten Erde die Erdatmosphäre in nur einer Sekunde, erläutert Lowe.

Da die Luft hinter dem Gesteinsbrocken nicht schnell genug nachströmen konnte, entstand dabei kurzzeitig ein riesiges luftleeres Loch in der Atmosphäre. Dieses Vakuum saugte das in der Hitze des anschließenden Aufpralls verdampfte Felsmaterial des Meteoriten nach oben. Dort kühlte es ab, kondensierte und regnete in Form kleiner Gesteinskügelchen wieder auf die Erde - wie Wassertropfen aus einer Wolke.

Eben jene Kügelchen haben Byerly und Lowe in jahrzehntelanger Arbeit in Australien und Südafrika aufgespürt. In mehr als drei Milliarden Jahre alten Gesteinsschichten fanden die beiden Geologen zwanzig bis dreißig Zentimeter dicke Ablagerungen dieser Kügelchen. Eine chemische Analyse des Gesteins ergab, dass es große Anteile des auf der Erde sehr seltenen Metalls Iridium enthält - ein Element, das in Meteoriten häufig ist.

Ob der Meteoriteneinschlag das frühe Leben auf der Erde entscheidend beeinflusste, darüber können die Forscher nur spekulieren. Den primitiven Meeresbakterien konnte die gigantische Flutwelle und die Klimaveränderung, die das Ereignis mit sich brachte, wohl nur wenig anhaben, schätzt Lowe.

ddp/bdw - Ulrich Dewald


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