Forscher: Uranus und Neptun entstanden wohl näher an der Sonne als angenommen

Die Planeten Uranus und Neptun sind neuen Computermodellen zu Folge in der Umgebung des Planeten Jupiter entstanden. Die auf die Planetenentstehung folgende Aufblähung Jupiters zu einem Gasriesen hätte die beiden Planeten dann in ihre heutige, von der Sonne entferntere Umlaufbahn katapultiert. Das neue Modell kann im Gegensatz zu bisherigen Modellen die relativ großen Massen von Uranus und Neptun erklären.
Wären Uranus und Neptun in der Entfernung ihrer heutigen Umlaufbahn von der Sonne entstanden, so könnten sie etablierten Computersimulationen zu Folge nur ein Gewicht von etwa 10 Erdmassen besitzen. Die beiden Planeten besitzen jedoch das Gewicht von ungefähr 15 bzw. 17 Erdmassen. Einem Astronomenteam der Universitäten von Berkeley, Kingston sowie des Southwest Research Instituts in Boulder in den Vereinigten Staaten um Ed Thommes ist es nun gelungen, diesen Widerspruch zu erklären.

In einem neuen Computermodell postulieren sie, dass beide Planeten nicht an ihrem heutigen Ort, sondern vielmehr zusammen mit Saturn in der näheren Umgebung des Planeten Jupiter entstanden seien. Dies erklärt, wieso sie seit ihrer Entstehung vor 4.6 Milliarden Jahren eine Masse von mehr als 10 Erdmassen ansammeln konnten.

Als sich Jupiter zu einem Gasriesen von mehr als 300 Erdmassen aufzublähen begann, war dessen Gravitationskraft allerdings so groß, dass Uranus und Neptun nicht noch mehr Gewicht ansammeln konnten und so bei ihrer heutigen Masse blieben. Außerdem zeigen die Computermodelle, dass die Gravitationskraft Jupiters die beiden Planeten in einer Art "Gravitationsschleuder" aus der Umgebung des Jupiters herauskatapultiert haben könnte. Derartige Gravitationsschleudern werden von Technikern heute zur Beschleunigung von Raumfahrzeugen und Satelliten benutzt. Die beiden Planeten seien im folgenden von dem interplanetaren Staub des äußeren Sonnensystems abgebremst und somit in ihre heutige Position gebracht worden.

Obwohl die These des Astronomenteams in der Fachwelt noch umstritten ist, sind Fachkollegen von ihr begeistert - benötigt sie doch keine neue Physik zur Erklärung der Massen der beiden Planeten.

Stefan Maier


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