Anonymisierungs-Software: Datenspionen keine Chance lassen

Im Internet surfen und einkaufen, ohne Spuren zu hinterlassen, die ein Daten-Pirat missbrauchen könnte ? dies verspricht eine mehrstufige Anonymisierungssoftware von Dresdner Forschern. Im Gegensatz zu allen bisher bekannten "Anonymizern" verschlüsselt das Programm die Daten und leitet sie über mehrere voneinander unabhängige Rechner. Je mehr Internet-Surfer das Programm nutzen, desto weniger können auch versierte Daten-Spione den Weg im Internet nachvollziehen.
Je mehr Menschen JAP benutzen, umso größer ist die Anonymität des Einzelnen, erklärt Hannes Federrath von der Technischen Universität Dresden. JAP steht für "Java Anon Proxy", das Programm, das im Team mit Andreas Pfitzmann und Kollegen entstanden ist. Die auf Java basierende Anonymisierungssoftware geht auf ein so genanntes dezentralisiertes Mehrfachverschlüsselungsverfahren von David Chaum zurück. Es verschlüsselt die Daten des Online-Nutzers mehrstufig und decodiert sie wieder, gemeinsam mit den Daten anderer Nutzer, in so genannten Mixen. Dies sind Rechner von Unternehmen, die als vertrauenswürdig eingestuft und voneinander unabhängig sind. Die Datenpakete durchlaufen diese Rechnerkaskaden und werden stufenweise rückcodiert, was bei genügend großen Nutzerzahlen die Spuren im Netz höchst wirksam verwischt, so die Forscher.

JAP geht jetzt in den praktischen Test und lässt sich von den Dresdner Webseiten herunterladen. Die gesammelten Erfahrungen sollen in die Weiterentwicklung einfließen: Es geht um Erkenntnisse zur Fehlerfreiheit, zur Bedienerfahrung der Probenutzer, zur tatsächlichen Anonymität von Kurzzeitnutzern oder auch um die Brauchbarkeit der Software im täglichen Einsatz. Auch arbeiten die Forscher noch daran, das Programm trotz Firewall einsetzen zu können. Im Schnitt surfen heute bereits einige hundert Nutzer gleichzeitig über JAP.
Dörte Saße


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