Brust oder Flasche? Gestillte Babys erkranken seltener an Darminfektionen und allergischen Ekzemen

Babys, die gestillt werden, haben weniger Magen- und Darminfektionen, Allergien und Hauterkrankungen als mit der Flasche aufgezogene Säuglinge. Das belegt die bislang umfangreichste Studie zum Thema, bei der kanadische Wissenschaftler von der University of Montreal insgesamt 16.000 Babys aus der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropa während des ersten Lebensjahrs beobachteten.

Ein Vergleich der Daten ergab, dass nur etwa 9 Prozent der gestillten Babys während der ersten zwölf Lebensmonate an Magen- und Darminfektionen erkrankten, bei den nicht gestillten Babys waren es 13 Prozent. Auffällig war ebenfalls die geringere Anfälligkeit für allergische Hautreaktionen und andere Hauerkrankungen. Die gestillten Babys schnitten hier mit 40 Prozent besser ab. Diese Ergebnisse unterstützen frühere Untersuchungen, nach denen gestillte Babys seltener an Erkältungen, Ohrenentzündungen und Asthma erkranken.

Ein Teil der stillenden Mütter nahm an einem von der WHO entwickelten Stillprogramm teil, die anderen Mütter erhielten traditionelle Hilfestellung und Beratung. Etwa 20 Prozent der Teilnehmerinnen des speziell entwickelten Stillprogramms stillten ihre Kinder auch noch nach zwölf Monaten, von den Müttern der Versuchsgruppe waren es hingegen nur noch 11,4 Prozent.

Michael Kramer, leitender Autor der Studie, verlangt: "Wir können nur empfehlen, dass auch in den USA, Canada und den Ländern Westeuropas mit sauberem Wasser und guter medizinischer Betreuung das Stillen immer die erste Wahl in der Säuglingsernährung bleibt und dann möglichst lange fortgesetzt wird. Die Gesellschaft und die medizinischen Einrichtungen sollten alles daran setzen, um die Mütter und ihre Babys diesbezüglich zu unterstützen."

Marion Herzog

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