Video der Woche: „Seepferdchen-Abzeichen" für Menschenaffen



Passend zur Freibad-Zeit berichten Forscher von einer witzigen Beobachtung bei unseren nächsten Verwandten im Tierreich, den Menschenaffen: Entgegen der bisherigen Annahme können Schimpansen und Orang-Utans durchaus schwimmen und tauchen lernen. Film-Aufnahmen zeigen, dass die Tiere dabei ihre Arme und Beine nicht wie beispielsweise Hunde bewegen, sondern eher wie Menschen beim Brustschwimmen. Dass sie dies nicht instinktiv tun, sondern es so wie der Mensch erst lernen müssen, legt ebenfalls nahe: Schon die gemeinsamen Vorfahren von Menschenaffe und Mensch verhielten sich im Wasser anders als andere Säuger.

Bisher galten Menschenaffen als absolute Nichtschwimmer, denn wenn sie in tiefes Wasser geraten, strampeln sie normalerweise wild und ertrinken schließlich. Sie besitzen also kein angeborenes Schwimmverhalten wie viele andere Tierarten und meiden deshalb das Wasser. Prinzipiell gilt das auch für den Menschen - doch wir können lernen, uns durch bestimmte Bewegungen über Wasser zu halten. Diese Fähigkeit wurde den Menschenaffen bisher abgesprochen. Nun haben ein Schimpanse und ein Orang-Utan die Primatenforscher allerdings eines Besseren belehrt: Die beiden haben sich eindeutig das Seepferdchen-Abzeichen verdient, dokumentieren die Aufnahmen von Wissenschaftlern der Universität von Witwatersrand in Südafrika und der Universität Bern.

 

Besonders haarige Brustschwimmer

 

Wir waren extrem überrascht, als der Schimpanse Cooper mehrfach in einem Swimming-Pool untertauchte und sich dabei sehr wohl zu fühlen schien", berichtet Renato Bender von der Witwatersrand University. Um den Affen bei seinen Ausflügen ins Nass zu unterstützen, spannten die Forscher zwei Seile durch das Becken. Bald beobachteten sie Cooper dabei, wie er geschickt im Pool herumschwamm. Ein ähnliches Verhalten zeigt auch der Orang-Utan Suriya, der in einem privaten Zoo in South Carolina aufgewachsen ist: Er kann bis zu zwölf Meter weit schwimmen, zeigen Pool-Videos mit Urlaubsfeeling.

 

Keines der beiden Tiere zeigte das sogenannte Hundepaddeln, das andere Säugetiere instinktiv beim Schwimmen einsetzen. Stattdessen bewegt der Schimpanse seine Hinterbeine vorwiegend synchron mit den Vordergliedmaßen, der Orang-Utan seine abwechselnd. Beide drücken das Wasser mit ihren Armen zur Seite weg – ähnlich wie Brustschwimmer. Schimpanse Cooper mag sich sogar nicht nur auf die Wasseroberfläche beschränken: Das Tier taucht nach Objekten, die am Grund des zwei Meter tiefen Beckens liegen. „Das ist ein erstaunliches Verhalten für ein Tier, das angeblich Angst vor dem Wasser haben soll", so Nicole Bender von der Universität Bern. Offenbar sind die beiden Freischwimmer auch keine kuriosen Ausnahmen: Mittlerweile haben die Forscher von anderen Menschenaffen erfahren, die sowohl schwimmen als auch tauchen können. „Cooper und Suriya sind aber die einzigen, die wir bisher dabei filmen konnten", so Bender.

 

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