Video der Woche: Faszinierende Vogelintelligenz



Sie benutzen Werkzeuge, stellen sie sogar selbst her und begreifen komplexe Zusammenhänge: Neukaledonienkrähen gehören zu den cleversten Lebewesen der Erde, belegen bereits viele Studien. Nun haben die raffinierten Rabenvögel ihren beeindruckenden Verstand erneut unter Beweis gestellt: Sie nutzen Effekte der Wasserverdrängung, um an Leckerbissen heranzukommen, zeigen Tests. Bei dieser Fähigkeiten erreichen sie das geistige Niveau von Kindern im Alter von fünf bis sieben Jahren, sagen die Forscher.

Wirft man einen Gegenstand in ein wassergefülltes Gefäß, verdrängt es die Flüssigkeit und der Wasserspiegel steigt. Schwimmt darin ein Leckerbissen, hebt sich auch dieser, bis er schließlich in Reichweite kommt. Diesen Zusammenhang können sich Neukaledonienkrähen zunutze machen, zeigen die Experimente der Forscher um Sarah Jelbert von der University of Auckland. Bei ihren Versuchstieren handelte es sich um sechs in Freiheit aufgewachsene Exemplare, die nur für kurze Zeit von den Forschen in Gefangenschaft gehalten wurden - nach den Experimenten ließen sie die Tiere wieder frei.

Die Wissenschaftler konfrontierten die Vögel mit sechs unterschiedlichen Herausforderungen, die zeigen sollten, wie weit sie die Prinzipien der Wasserverdrängung verstehen. Die Videoaufnahmen der Forscher dokumentieren das komplexe Verhalten der Vögel. Beim ersten Versuch hatten sie die Wahl zwischen einer Röhre, bei der der Leckerbissen auf einer Sandoberfläche liegt und einem Gefäß, in dem das Futterstück in Wasser schwimmt. Dabei zeigte sich, dass die Tiere offenbar den Unterschied zwischen Wasser und Sand kannten: Sie warfen bereitliegende Steine nur in die Wasser-Variante, um den steigenden Wasserspiegel als Transportmittel für den Leckerbissen nutzen zu können.

Einsteins der Vogelwelt

Im nächsten Versuch hatten die Vögel die Wahl zwischen schweren Objekten und Styroporstücken, um den Wasserspiegel steigen zu lassen. Dabei verhielten sich die Tiere ebenfalls erstaunlich klug: Die schwimmfähigen Objekte schleuderten sie nach dem Anheben weg und nahmen stattdessen die schweren Stücke, um sie in die Röhre plumpsen zu lassen. Das legt nahe: Sie wissen, dass Schwimmendes kaum Wasser verdrängt. Das gilt für hohle Objekte im Vergleich zu soliden ebenso – auch in diesem Fall entschieden sich die Krähen für die logisch richtigen Hilfsmittel, um den Wasserspiegel samt Leckerbissen in Reichweite zu rücken. Außerdem entscheiden sich die Vögel stets für die Röhre, in der der Wasserspiegel bereits am höchsten steht, berichten die Forscher.

 

Die Experimente zeigten auch die Grenzen des Vogelverstandes auf: Den Unterschied zwischen schmalen und breiten Röhren begreifen die Tiere offenbar nicht. In diesem Fall wäre es am effektivsten, Steine in eine schmale Röhre zu werfen, da hier der Spiegel stärker steigt. Diesen Zusammenhang nutzten die Tiere nicht. Auch bei Tests mit korrespondierenden Röhren, bei denen der Wasserspiegel in einem Teil steigt, wenn man in den anderen Etwas hineinwirft, stießen die Vögel an ihre Verstandesgrenzen. Doch dabei handelt es sich um Zusammenhänge, die auch Menschen häufig erst ab einem Alter von sieben Jahren begreifen und für sich nutzen können. Unterm Strich belegen die Experimente also erneut: Neukaledonienkrähen gehören zu den Einsteins der Vogelwelt.

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