Haare machen Leute

Wikipedia.de (Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0) " target="_blank" href="/documents/11459/13036/haare_onl/e086438a-b742-4550-a90d-d7e653ff8e6e?imageThumbnail=4">  Schonender als kräftiges Rubbeln mit dem Handtuch ist es, die Haare an der Luft zu trocknen oder bei mäßig warmer Hitze zu föhnen und Fönschaum zu verwenden. Foto: Katie Brady, <a href=Wikipedia.de (Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0) " title=" Schonender als kräftiges Rubbeln mit dem Handtuch ist es, die Haare an der Luft zu trocknen oder bei mäßig warmer Hitze zu föhnen und Fönschaum zu verwenden. Foto: Katie Brady, Wikipedia.de (Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0) " />
Schonender als kräftiges Rubbeln mit dem Handtuch ist es, die Haare an der Luft zu trocknen oder bei mäßig warmer Hitze zu föhnen und Fönschaum zu verwenden. Foto: Katie Brady, Wikipedia.de (Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0)
Sie sind nicht lebensnotwendig, doch für viele Menschen ein wichtiges Identifikationsmerkmal – die Haare. Allerdings ist weniger der Haartyp entscheidend für ein gesundes und gepflegtes Erscheinungsbild der natürlichen Kopfbedeckung, sondern vielmehr die Einwirkung von Umwelteinflüssen und chemischen oder mechanischen Belastungen.
Mal sind die Haare zu trocken, mal zu fettig, und dann wieder matt und spröde – mit solchen oder ähnlichen alltäglichen Haarproblemen hat jeder einmal zu kämpfen. Schnelle Abhilfe versprechen da die zahlreichen Kosmetika und Shampoos. Dabei sind Haare eigentlich totes Material, und es ist eher der Zustand der Kopfhaut, der das Aussehen der Behaarung bestimmt. „Haarpflege heißt deshalb immer auch Kopfhautpflege“, sagt Uwe Schwichtenberg, Dermatologe aus Bremen. So weisen schnell fettende Haare auf eine Talgdrüsenüberfunktion der Kopfhaut hin. Allerdings: „Wenn die Haare nach etwa zwei bis drei Tagen fettig und strähnig werden, ist das völlig normal“, erklärt Friseurmeister Franz-Josef Küveler aus Mendig in Rheinland-Pfalz. Erst wenn bereits nach wenigen Stunden ein sichtbarer Fettfilm erscheint, bestehe ein medizinisches Problem.

Trockene, stumpfe Haare deuten dagegen auf eine Veränderung der Haarstruktur hin. „Unter einem Elektronenmikroskop erscheinen die Haare dann wie ein langgezogener Tannenzapfen mit rauer Oberfläche“, beschreibt Schwichtenberg. Zwar neigen vor allem dicke Haare zu Glanzlosigkeit und Trockenheit, generell spielt der Haartyp aber eine untergeordnete Rolle für das Erscheinungsbild. Viel entscheidender sind Umwelteinflüsse und mechanische sowie chemische Belastungen.

„Gerade nach der Sommersaison sind die Haare stark strapaziert und benötigen intensive Pflege“, berichtet Haarexperte Küveler. Schließlich sind die Haare im Sommer nicht nur übermäßiger Sonneneinstrahlung ausgesetzt, auch Wind und häufiges Baden in Salzwasser können die Haarstruktur schädigen. „Denn die Salzkristalle legen sich auf das Haar und wirken wie ein Brennglas“, illustriert Küveler. Zudem können Fönhitze, häufiges Färben und Tönen, Dauerwellen, intensives Bürsten und Kämmen, straffe Frisuren oder auch der Kontakt mit Textilien wie etwa einem Kopfkissen oder einem Handtuch die Haare belasten.

Mit einer entsprechenden Pflege lässt sich die Schönheit der Haarpracht aber relativ leicht erhalten. Vor der Haarwäsche sollten zunächst Haarsprayreste vollständig ausgebürstet werden. Die Wahl der Borsten – Natur oder Kunststoff – ist dabei Geschmackssache. „Hauptsache, die Borsten haben keine Noppen, die eine zusätzliche Spannung hervorrufen“, sagt Küveler. Auch eine konkrete Empfehlung, wie oft die Haare gewaschen werden sollten, gibt es nicht. „Schnell fettende Haare können ruhig alle ein bis zwei Tage gewaschen werden. Bei trockenen Haaren ist eher etwas Zurückhaltung angebracht“, rät Schwichtenberg.

Wichtiger ist die Art des Shampoos. So gibt es für sehr fettiges Haar spezielle teer- und selenhaltige Varianten, die entfettend wirken und gleichzeitig Schuppen beseitigen. „Diese Shampoos sind jedoch aggressiv und können die Kopfhaut angreifen“, warnt der Bremer Dermatologe Schwichtenberg. Haarexperte Küveler empfiehlt daher, solche Shampoos nur im Wechsel mit einem milden, pH-neutralen Shampoo zu verwenden.

Bei sehr trockenem Haar helfen feuchtigkeitsspendende Shampoos und Haaröle. Auch Spülungen und Kuren können die Haare positiv beeinflussen. „Letztendlich handelt es sich dabei aber eher um einen kosmetischen Effekt und weniger um eine substanzielle Behandlung“, so Schwichtenberg. Zum Trocknen der Haare ist kräftiges Rubbeln mit dem Handtuch weniger empfehlenswert. Schonender ist es, die Haare an der Luft zu trocknen oder bei mäßig warmer Hitze zu föhnen und Fönschaum zu verwenden. „Denn der Schaum gibt den Haaren nicht nur Form und Halt, sondern schützt auch vor der Hitze“, erklärt Küveler.

Gesunde, glänzende Haare sind aber nicht nur ein Schönheitsideal. Sie sind auch ein Spiegelbild des Gesundheitszustandes. „Die Haarwurzel teilt sich sehr schnell, deswegen wird jede Mangelerscheinung zuerst bei den Haaren sichtbar“, erklärt Schwichtenberg. Eine unausgewogene Ernährung wie beispielsweise während einer Diät, eine Hormonumstellung durch Schwangerschaft oder Geburt, Stress oder auch eine Schilddrüsenfunktionsstörung können zu trockenem Haar bis hin zu diffusem Haarausfall führen.

Ein solcher diffuser Haarausfall ist kein Verlust im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr auf einen vermehrten Haarumsatz zurückzuführen. „Die Haare fallen schneller aus, als sie wieder nachwachsen“, erklärt Schwichtenberg. „Auf dem Kopf wachsen also nicht weniger, sondern einfach mehr kurze Haare.“ Dabei gilt ein Verlust von mehr als etwa 100 Haaren pro Tag als Anzeichen für den diffusen Haarausfall. Schwichtenberg rät Betroffenen, nicht in Panik zu verfallen: „Es gibt oft simple Wege, die den Haarverlust umkehren können.“ Im Gegensatz dazu steht der anlagenbedingte Haarausfall, der sich bei Männern typischerweise durch Geheimratsecken oder (Halb-)Glatze und bei Frauen durch Ausdünnen des Scheitels äußert. Auch hier gibt es geeignete Therapien, die den Haarausfall zwar nicht umkehren, aber immerhin bremsen können. Allerdings sollte man sich hier nicht auf angebliche Wundermittel verlassen, sondern sich von einem Hautarzt beraten lassen.
ddp/wissenschaft.de - Claudia Hilbert


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