bdw an Bord: Ein Freund für ROV

 Die Maria S. Merian. Foto: Thomas Willke
Die Maria S. Merian. Foto: Thomas Willke
Freitag 30.3.2012 Position: 24°58,0? N 084°17,86? W (um 12.00 Uhr Bordzeit = MESZ -6 Stunden) Kurs: DP-Mode: Auto Positioning Etmal: 106 Seemeilen (die in 24 Stunden zurückgelegte Strecke) Durchschnittsgeschwindigkeit: 4,4 Knoten Wetterbericht, 12.00 Uhr: Luftdruck: 1.016,6 hPa Wind: Südsüdost 4 Beaufort Lufttemperatur: 25,1°C Wassertemperatur: 26,7°C Höhe der Dünung: 2 Meter Heute führte die Merian ihre letzten Forschungseinsätze im Golf von Mexiko aus. Sie befand sich über 60 Seemeilen westlich der Florida-Keys ? jener Inselgruppe, die sich vom Festland Floridas bis weit nach Westen in den Golf hineinzieht. Hier untersuchte die Merian eine Geröllhalde. Vor einigen Tausend Jahren war hier ein Stück des Festlandsockels abgebrochen und den Kontinentalhang hinuntergerutscht. Das ROV entdeckte dort eine Trümmerlandschaft mit vielen Felsen in allen Größen. Sie waren vor allem mit Schwämmen und kleinen Korallen bewachsen, sehr ähnlich der ?Suspensionsfressergemeinschaft?, die wir gestern gezeigt hatten gestern gezeigt hatten. Aber es gab nur wenige große koloniebildende Kaltwasserkorallen wie Lophelia. Insgesamt ist dieser Hang ? wie die gesamte Region westlich von Florida ? nur dünn besiedelt. ?Möglicherweise enthält der Golfstrom hier nicht ausreichend Nahrung?, spekuliert André Freiwald vom Forschungsinstitut Senckenberg am Meer. ?Diese Region scheint schon seit langem so dünn besiedelt zu sein. Wir haben kaum fossile Korallen gefunden?, sagt Fahrtleiter Dierk Hebbeln vom MARUM, ?und auch keine gerade abgestorbenen. Dass es hier nur wenig Leben gibt, ist also keine Folge des Deepwater-Horizon-Unglücks. Das sähe anders aus.? Das ROV fand einen Freund. Ein junger Gelbflossenthunfisch, knapp einen Meter lang, interessierte sich sehr für den Roboter und begleitete ihn eine Weile. Heute Nacht wird die Merian Richtung Bahamas aufbrechen. Ein junger Gelbflossenthunfisch interessierte sich sehr für das ROV. (Foto: MARUM) André Freiwald hebt eine Dornkoralle hoch, damit Lydia Beuck den Fund dokumentieren kann. Ihm assistieren Marco Taviani (links) und Gregor Eberli. Die Forscher entdeckten eine interessante Lebensgemeinschaft auf der Koralle. Ruderkrebs, Plattwürmer und Fische lebten darin. (Foto: Thomas Willke) ?Was lebt denn da??, fragen sich Lelia Branco und Marco Taviani. Der Backengreifer holte eine Bodenprobe aus 500 Meter Tiefe und brachte Seesterne, Würmer und Manteltiere mit. Der robuste Greifer musste heute wieder hinab in die Tiefe. Diesmal war nicht Sand das Problem, sondern Felsen und sehr dichter Boden, den das Schwerelot nicht durchdringen konnte. (Foto: Thomas Willke) Thomas Willke, Korrespondent von bild der wissenschaft, von Bord der Maria S. Merian Haben Sie Fragen an unser Forscherteam an Bord? Dann schicken Sie eine E-Mail an Jana Stone vom MARUM jstone@marum.de. Das vollständige Logbuch finden Sie hier 15. März: "Startschwierigkeiten" 16. März: Kein Visum ? keine Forschungsreise 17. März: Ruhe vor dem Strum 18. März: Von Unterwasserrobotern und Korallen 19. März: Jagd nach Aerosolen 20. März: Achtung, Rutschgefahr! 21. März: Endlich im Arbeitsgebiet 22. März: Daten sammeln auf rauer See 23. bis 25. März: Reiche Ausbeute vor Yucatan 26. März: Vielfältige Unterwasserwelt vor Florida 27. März: Tückischer Sand 28. März: Den Meeresboden durchleuchten 29. März: Oasen in der Wüste 30. März: Ein Freund für den ROV 31. März: Bahamas voraus 01. April: Im Golfstrom 02. April: Die erste Banane 03. April: Der Korallenfriedhof 04. April: Mount Gay 05. April: Zwei Berge und ein Blitz 06. April: Nordwärts 07. April: Abschied Mehr über die Forschungsexpedition der Maria S. Merian erfahren Sie unter www.marum.de.
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