Wissenswert: Was machen die Bienen bei Kälte in ihrem Stock?

 Bild: Dumat / www.pixelio.de
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Ein kalter Wintertag mit Sturm und Schnee ? wie schön ist es da zuhause bei eine Tasse Tee, gesüßt mit einem Löffel Honig. Doch wie steht es mit den Produzenten dieser beliebten Süße ? den Bienen? Was machen sie an einem kalten Wintertag in ihrem Stock? Verfallen sie in eine Art Winterstarre? Das hat uns Andrea B. gefragt - vielen Dank dafür.
Die Antwort weiß Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim: "Bienen sind auch bei Frost aktiv - sie fressen Honig und heizen ihren Stock durch Muskelbewegungen, damit sie es wohlig warm haben." Bei Kälte rücken die Bienen dabei ganz eng zusammen und wärmen sich gegenseitig. So bilden sie eine sogenannte Wintertraube ? ein kugeliges Gebilde aus tausenden Bienenkörpern. Mitten drin sitzt die wichtigste aller Bienen: die Königin. Wärme erzeugen die Insekten, indem sie ihre Muskeln vibrieren lassen ? sie zittern also sozusagen. "Wenn sie mit der Brut beginnen, erreichen die Werte im Inneren der Wintertraube 35 Grad, selbst wenn draußen minus zehn Grad herrschen", sagt Rosenkranz.

Wie bei den Bienen üblich ist auch im Winter Teamwork angesagt: Bienen aus den kühlen Außenbereichen der Wintertraube werden immer wieder von aufgewärmten Tieren aus dem Zentrum abgelöst und gefüttert. Die Energie für die Muskelbewegungen und damit für die Wärme liefert der Honig, beziehungsweise das Winterfutter, das der Imker den Bienen als Ersatz gegeben hat. "Der Honig ist quasi das Heizmaterial für den Winter", erklärt Rosenkranz. ?So wie wir Kohlen oder Öl für den Winter bunkern, sammeln Bienen bis zu 20 Kilo Honig für ihren Stock". Dieses energiereiche Futter wird in den Tausenden von Bienenkörpern in Wärme umgesetzt.

"Selbst im Winter ist der Bienenstock nicht generell verschlossen", sagt Rosenkranz. Denn: "Auch Bienen müssen mal." An Wintertagen mit Temperaturen über zwölf Grad verlassen sie dazu ihren Stock. "Sie machen ihren sogenannten Reinigungsflug ", erklärt Rosenkranz. Dabei werden die Insekten ihren Kot los, mit dem sie sonst ihren Stock verschmutzen würden. Bereits im Verlauf des Februars endet die Winterruhe langsam und der sprichwörtliche Fleiß der Bienen ist wieder gefragt: Für die neue Brut sammeln die Arbeiterinnen dann an warmen Tagen den Pollen und Nektar der ersten Frühlingsblüher.

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dapd/wissenschaft.de ? Martin Vieweg


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