Die optimale Wasserversorgung

Für die optimale Wasserversorgung von Kaninchen sind offene Wassernäpfe besser geeignet als Nippeltränken: Die beliebten Haustiere nehmen deutlich mehr und schneller Wasser zu sich, wenn sie aus Schälchen trinken. Das fand jetzt ein schweizerisches Forscherteam in einer Studie mit Zwergkaninchen heraus. Auch für die Nager-Gesundheit gilt den Forschern zufolge: Viel trinken ist wichtig. Wasser verdünnt den Urin und beugt damit Krankheiten wie Harnsteinen vor, die bei den Nagern auftreten können. Besonders viel trinken Kaninchen außerdem, wenn das Futter aus Heu oder Heu-Pellets besteht, so ein weiteres Ergebnis der Tier-Studie. Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Ergebnisse auch auf Meerschweinchen und andere Kleinnager wie Degus übertragen lassen. Ihre Ergebnisse sollen Heimtierbesitzer bei Entscheidungen zur optimalen Wasserversorgung und Fütterung ihrer Schützlinge unterstützen.
Kaninchen leiden oft unter Harnsteinen, weshalb die besonders bei Kindern beliebten Haustiere häufig gesehene Patienten in Tierarztpraxen sind. Das kann unter anderem auch darauf zurückzuführen sein, dass die Nager nicht ausreichend Wasser zu sich nehmen und nicht optimal gefüttert werden, sagen die Wissenschaftler. Wie das am besten zu vermeiden ist, untersuchte das Team um Anja Tschudin in einer Studie mit Zwergkaninchen: Insgesamt zwölf Nager fütterten sie entweder mit Heu, frischer Petersilie, Futterpellets oder einer Körnermischung. Wasser bekamen die Tiere in offenen Schälchen oder in Nippeltränken, oder hatten die freie Wahl zwischen beiden Darreichungsformen. Bei Nippeltränken wird das Wasser den Tieren durch eine kleine Öffnung eines kleinen Rohres angeboten, das mit einer Flasche verbunden ist. Nimmt das Kaninchen Flüssigkeit auf, steigen Blasen in der Flasche auf und das Rohr füllt sich immer wieder neu mit Wasser. Die Flaschen werden in der Regel an den Gitterstäben befestigt und von den Nagerhaltern vor allem deswegen gern eingesetzt, weil die Kaninchen so das Wasser weder verschmutzen noch umkippen können. Bei der Verwendung von offenen Schalen ist deshalb etwas mehr Pflegeaufwand nötig.

Hatten die Kaninchen die Wahl zwischen Offen- und Nippeltränken, bevorzugten sie ganz klar die Wasserschälchen und tranken auch mehr aus ihnen. Der Kot der Kaninchen war außerdem trockener, wenn sie gezwungen waren, aus Nippelflaschen zu trinken, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Das deute darauf hin, dass die Nager einen Wassersparmechanismus aktiviert hatten, sagen die Forscher.

Außerdem beobachteten sie, dass die Kaninchen wesentlich mehr Wasser tranken, wenn die Futterration aus Heu oder aber aus Heu-Pellets bestand. "Heu führt zu einer hohen Wasseraufnahme und damit auch zu einer hohen Urinausscheidung", erklärt Tschudin. Derart verdünnter Urin könne den Harnsteinen vorbeugen. "Außerdem fördert Heu den notwendigen Zahnabrieb und sorgt für eine ausgewogene Kalziumversorgung." Die Forscher empfehlen daher, Kaninchen vor allem mit Heu und grünem Frischfutter zu füttern und ihnen das Wasser in einem offenen Wasserschälchen anzubieten, um eine optimale Wasserversorgung zu gewährleisten.
Anja Tschudin (Universität Zürich) et al: Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition, doi:10.1111/j.1439-0396.2010.01077.x

dapd/wissenschaft.de - Peggy Freede


Reload-Capcha neu laden Text der identifiziert werden soll

Bitte geben Sie zusätzlich noch den Sicherheitscode ein!

Rubriken

 


Harte Nuss
Rätsel: Berühmte Entdecker gesucht

 

Der Buchtipp

Ein bisschen mehr Fett auf den Rippen macht widerstandsfähig. Und eine Mischkost ist die gesündeste Ernährung. Einfache Wahrheiten, die der Professor für Ernährungswissenschaft Hans Konrad Biesalski in seinem Buch überzeugend vertritt.

Zu allen Buchtipps


Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Konradin Mediengruppe