Aus Hautzellen werden Mäuse

Aus normalen Körperzellen entstehen kleine Mäuse: Erstmals konnten chinesische Forscher Mäuse aus Abkömmlingen von Bindegewebszellen und nicht aus solchen von Embryozellen klonen. Die Forscher programmierten die Bindegewebszellen in Stammzellen um und erzeugten aus ihnen lebende Mäuse. Es ist das erste Mal, dass aus rückprogrammierten Körperzellen lebende Organismen entstanden. Auch der Nachwuchs in zweiter und dritter Generation haben sich gesund entwickelt.
Die Forscher spritzten vier Gene in isolierte Bindegewebszellen von Mäusen ein, um sogenannte pluripotente Stammzellen zu erhalten. Diese Technik wurde von japanischen Forschern entwickelt und führt dazu, dass normale Körperzellen in pluripotente Stammzellen umgewandelt werden. Als pluripotent bezeichnen Wissenschaftler Stammzellen, welche die Fähigkeit besitzen, sich jedem Zelltyp eines Organismus weiter zu entwickeln. Die Forscher um Xiao-yang Zhao aus Peking produzierten insgesamt 37 Zelllinien solcher pluripotenter Stammzellen. Aus dreien davon konnten die Forscher schließlich insgesamt 27 lebende Nachkommen erzeugen. In der Zwischenzeit zeugten einige dieser Tiere wieder eigene Nachkommen, berichtet Mitarbeiter Qi Zhou gegenüber wissenschaft.de.

Um aus den Zelllinien die Tiere zu zeugen, spritzten die Forscher die pluripotenten Stammzellen in ein frühes Stadium des Embryos nach der Befruchtung ein. Die Zellen dieses Embryos waren jedoch so verändert, dass aus ihnen nie ein ganzer Organismus entstehen konnte, sondern nur Strukturen zur Versorgung des Fötus. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler sichergehen, dass alle lebenden Tiere von denjenigen Zellen stammen mussten, die nachträglich in den Embryo gespritzt wurden.

Dass tatsächlich aus den umprogrammierten Bindegewebszellen lebende Tiere entstanden, sei der beste Beweis, dass sich diese Zellen wie embryonale Stammzellen in jeden Gewebetyp verwandeln können, berichten die Wissenschaftler. Die Gewinnung von Stammzellen aus Körperzellen würde viele ethische Probleme lösen, die durch die Verwendung von embryonalen Stammzellen entstehen. In den letzten Jahren haben Techniken zur Rückprogrammierung von Körperzellen in Stammzellen deshalb großen Aufwind erhalten. Bisher fehlte aber der Beweis, dass diese Zellen dieselben Eigenschaften haben wie embryonale Stammzellen.
Xiao-yang Zhao (Chinese Academy of Sciences in Peking) et al.: Nature , doi: 10.1038/nature08267

ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Strauch


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