Frauen erkennen starke Männer beim Tanzen

Gute Tänzer wirken attraktiv auf Frauen. Diese können aus den Tanzbewegungen die Muskelkraft eines Mannes beurteilen, haben Forscher der Universität Göttingen in einer Studie gezeigt. Der Status eines Mannes und damit seine Fortpflanzungschancen werden ? zumindest aus biologischer Sicht ? von seiner Stärke und Dominanz bestimmt. Es sind damit nicht nur statische Merkmale wie die Gesichtsform, sondern auch dynamische, aus denen Frauen unbewusst auf die Eigenschaften potenzieller Partner schließen.
Die Forscher machten Videoaufnahmen von 40 heterosexuellen, männlichen Studenten, die zum Takt von Robbie Williams Lied "Let me entertain you" tanzten. Die Teilnehmer trugen weiße Overalls und ihre Gesichts- und Körperform wurde mit einem Filter unscharf gemacht. Diese veränderten Videos wurden 50 Studentinnen vorgeführt, wobei die Hälfte die Attraktivität der Tänzer beurteilen musste, und die andere deren Durchsetzungsvermögen.

Als Maß für die physische Stärke der männlichen Teilnehmer ermittelten die Forscher die Kraft des Vorderarms, da Menschen mit starken Händen auch generell als stark gelten. Sowohl die Attraktivität als auch das Durchsetzungsvermögen der Tänzer beurteilten die Studentinnen als höher, je stärker die Kraft der Hände war. Aus den Tanzbewegungen von Männern können Frauen also direkt auf deren körperliche Eigenschaften schließen, und damit auf deren Qualität als potenzielle Fortpflanzungspartner, folgern die Forscher aus ihren Ergebnissen.

Bereits in einer früheren Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Frauen Gesichts- und Körpermerkmale benutzen, um auf den Status von Männern zu schließen, also auf deren Stärke und Dominanz. Vermutlich seien es aber nicht nur statische Signale, sondern auch dynamische, wie die Fähigkeit zum Tanzen, die etwas über die Qualität der Männer verraten. "Aus einer evolutionären Perspektive macht dies Sinn. Vermutlich waren Frauen, die die besten Männer aufgrund von visuellen Signalen herauspicken konnten, in der Evolution begünstigt", kommentiert die britische Psychologin Gayle Brewer die Ergebnisse.
Nadine Hugill (Universität Göttingen) et al.: New Scientist

ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Strauch


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