Gentests bringen Licht in die Geschichte des Schwarzen Kontinents

Die Menschen in Afrika stammen von 14 Ur-Bevölkerungsgruppen ab, die sich weit über den Kontinent verteilt haben. So gibt es enge Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den Pygmäen in Zentralafrika und den für ihre Klick-Sprache bekannten San im Südlichen Afrika, obwohl diese geographisch weit voneinander entfernt sind. Das haben US-Forscher in Gentests an mehr als 3.000 Menschen herausgefunden. Die Analysen bestätigten außerdem Theorien, nach denen der moderne Mensch Asien und Europa vom Nordosten des Kontinents aus besiedelt hat, berichten Sarah Tishkoff und ihre Kollegen von der University of Maryland in College Park.
Der moderne Mensch entwickelte sich in Afrika und wanderte von dort in andere Teile der Welt aus. Doch wie die Verwandtschaftsbeziehungen auf dem afrikanischen Kontinent selbst sind, war bisher unklar. Die Forscher untersuchten für ihre Studie mehr als 3.000 Menschen aus 121 afrikanischen, vier afro-amerikanischen und 60 nicht-afrikanischen Gruppen, wie Europäern, Asiaten, Arabern und Menschen aus Ozeanien, um Verwandtschaften und Abstammungen zu erkennen. Die Wissenschaftler analysierten dabei markante Unterschiede auf bestimmten kurzen DNA-Abschnitten.

Tishkoff und ihr Team fanden eine große genetische Vielfalt und entdeckten viele Vermischungen innerhalb der afrikanischen Völker. Sie konnten die Hauptmigrationswege und Entwicklung von Verwandtschaftsbeziehungen zurückverfolgen. Beispielsweise gab es immer wieder Bevölkerungsströme entlang der Sahelzone, ergab sich aus den genetischen Daten. Die Ergebnisse sind mit bisherigen Rekonstruktionen im Einklang, die auf kulturellen und sprachlichen Modellen basieren. Die Afroamerikaner stammen genetisch von Menschen der Westküste Afrikas ab, mit kleinen Einmischungen aus Europa und aus anderen Regionen Afrikas.
Sarah Tishkoff (University of Maryland, College Park) et al.: Science, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1126/science.1172257

ddp/wissenschaft.de ? Bele Boeddinghaus


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