Älteste Hinweise auf Pferdezucht entdeckt

 Traditionell lebende Kasachen verwerten noch heute Stutenmilch. Foto: Alan K. Outram
Traditionell lebende Kasachen verwerten noch heute Stutenmilch. Foto: Alan K. Outram
Bereits vor etwa 5.500 Jahren dienten Pferde dem Menschen als Nutztiere. Darauf deuten Ausgrabungen in Nordkasachstan hin. Vertreter der sogenannten Bontai-Kultur nutzten Zügel und tranken Pferdemilch, schließen britische Wissenschaftler aus den entdeckten Fußknochen und Gebissen von Pferden und aus Pferdemilch-Rückständen in Keramiken. Es sind die bisher ältesten Hinweise auf Pferdehaltung durch Menschen. Bislang war unklar, wo die als Entwicklungsschritt des Menschen sehr bedeutsame Zähmung von Pferden erstmals stattfand.
Die Forscher verglichen die Knochenfunde aus Nordkasachstan mit Knochen von sibirischen Wildpferden aus der Steinzeit und von Nutzpferden aus der Bronzezeit. Bei der Abnutzung der Fußknochen hatten die Bontai-Pferde deutlich mehr mit den Nutztieren gemeinsam als mit den Wildpferden. Auch beim Vergleich mit Pferden der heutigen Mongolei fanden die Forscher starke Ähnlichkeiten. Daraus schließen sie, dass die Pferde bereits damals als Lasttiere dienten. Um mehr über die vermutete Nutzung der Tiere zu erfahren, untersuchten die Forscher außerdem Kieferknochen der Bontai-Pferde. Dabei fanden sie Schäden an den Backenzähnen, die sie für typische Spuren von Zügeln halten.

Da traditionelle Kulturen in Nordkasachstan sich heute unter anderem von Fleisch und Milch von Pferden ernähren, untersuchten die Forscher Keramik der Bontai-Kultur auf Rückstände von Pferdemilch. Tatsächlich fanden sie bei chemischen Analysen Fettspuren, die von Pferden stammen müssen. Demnach hielten die Bontai Stuten und molken sie.
Alan Outram (University of Exeter) et al.: Science, Bd. 323, S. 1332

ddp/wissenschaft.de ? Martin Rötzschke


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