Auf den Spuren der Hominiden

 Der fossile Fußabdruck ist der bisher älteste Hinweis auf eine moderne Gangart bei Frühmenschen. Foto: Matthew Bennett, Bournemouth University
Der fossile Fußabdruck ist der bisher älteste Hinweis auf eine moderne Gangart bei Frühmenschen. Foto: Matthew Bennett, Bournemouth University
Der frühe Mensch konnte vor 1,5 Millionen Jahren bereits genauso gehen wie heutige Menschen. Das legen fossile Fußspuren in Sedimentschichten aus dieser Zeit nahe, die Wissenschaftler in einer Ausgrabungsstätte in der Nähe des Ortes Ileret im Norden Kenias entdeckt haben. Der seltene Fund lässt bei den Frühmenschen auf alle Eigenschaften des modernen Gehens schließen, berichten die Forscher.
Die mit einem Laser ertasteten Fußspuren deuten darauf hin, dass diese frühe Menschenart bereits ein für den aufrechten Gang notwendiges Fußgewölbe besessen haben muss. Alle Zehen waren wohl kurz, wobei die große Zehe sich mit den anderen Zehen in einer Linie befand. Im Gegensatz dazu ist bei Affen die große Zehe abgespreizt, damit die Tiere sich in ihrem natürlichen Lebensraum, den Bäumen, besser festhalten können. Beim Gehen verlagerte der Verursacher der alten Fußspuren wie der moderne Mensch sein Gewicht von der Ferse über den Fußballen zur großen Zehe hin, um sich abzustoßen. Die Fußspuren von Ileret sind damit der älteste Beweis für eine moderne menschenähnliche Fußanatomie, schreiben die Forscher.

Die Fußspuren könnten von einem Vertreter der Hominiden-Art Homo ergaster ? besser bekannt als früher Homo erectus ? stammen. Verschiedene Überreste dieser Hominiden-Arten, die Forscher in Tansania, Äthiopien, Kenia und Südafrika ausgegraben haben, gehen auf die gleiche Zeit zurück wie die nun in Ileret entdeckten Fußspuren.

Vor 31 Jahren fanden Wissenschaftler in Laetoli in Tansania Fußspuren, die mit 3,7 Millionen Jahren noch älter sind als die Ileret-Fußspuren. Die Laetoli-Fußspuren deuten zwar schon auf einen aufrechten Gang hin. Das Fußgewölbe eines Vertreters der Hominiden-Art Australopithecus afarensis ist allerdings flacher und die große Zehe steht wie beim Affen eher ab.
Matthew Bennett (Universität in Bournemouth) et al.: Science, Bd. 323, S. 1197

ddp/wissenschaft.de ? Helmine Braitmaier


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