DNA-Beweis für Ur-Europäer

 DNA-Untersuchungen an Knochenfunden von Cro-Magnon-Menschen bestätigen die Verwandtschaft mit dem heutigen Menschen.
DNA-Untersuchungen an Knochenfunden von Cro-Magnon-Menschen bestätigen die Verwandtschaft mit dem heutigen Menschen.
Erbgut-Untersuchungen an einem 28.000 Jahre alten Skelett eines Cro-Magnon-Menschen beweisen eine direkte Verwandtschaft mit den heutigen Menschen. Das sagen italienische Forscher, die durch gezielte Gentests nun ausschließen konnten, dass bei früheren Untersuchungen fossile Knochen durch fremde DNA verunreinigt wurden und dadurch fälschlicherweise auf eine enge Verwandtschaft zwischen dem Frühmenschen und dem modernen Menschen geschlossen wurde.
Verunreinigungen von fossilen menschlichen Knochen sind ein bedeutender Risikofaktor bei genetischen Untersuchungen. DNA-Spuren übertragen sich leicht bei Reinigungsvorgängen, die meistens direkt nach der Ausgrabung vorgenommen werden. Aus einem Skelett, das Forscher 2003 in der italienischen Paglicci-Höhle fanden, konnte erfolgreich das Erbgut isoliert werden. Dies ist erst die zweite verwertbare DNA-Probe eines Cro-Magnon-Menschen, da die DNA nicht zwangsläufig in Knochenresten erhalten bleibt. Zudem ist das Skelett durch seine extreme Zerbrechlichkeit vor einer Reinigung verschont geblieben und nur mit sieben Menschen in Kontakt gekommen.

Um zu beweisen, dass die gefundene DNA tatsächlich zu dem Skelett gehört, nahmen David Caramelli und seine Kollegen DNA-Proben von allen sieben Wissenschaftlern, die Kontakt mit den Knochen hatten. Die Proben unterschieden sich alle von der DNA aus dem Knochen, was die Forscher als Beweis werten, dass das Erbgut aus den Knochen des Cro-Magnon-Menschen echt ist. Die Verwandtschaft des Cro-Magnon-Menschen mit dem heutigen Homo sapiens, die sich schon durch Körperbau ausdrückt, sei nun auch auf der Basis des Erbguts bestätigt, erklären die Forscher.

Der Cro-Magnon-Mensch, dessen Name sich von dem ersten Knochenfundort in der französischen Cro-Magnon-Höhle ableitet, wanderte vor etwa 45.000 Jahren von Südosten her nach Europa ein. Er teilte sich den Kontinent wahrscheinlich 1000 bis 10.000 Jahre lang mit dem vom Körperbau primitiveren Neandertaler. Wissenschaftler vermuteten lange eine Vermischung der beiden Arten zu einem Vorläufer des Homo sapiens. Die Unterschiede der DNA zum Neandertaler und die Ähnlichkeit zwischen Cro-Magnon-Mensch und dem modernen Homo sapiens sprechen jedoch für eine direkte Abstammung vom Cro-Magnon-Menschen.
David Caramelli (Universität von Florenz) et al.: PLoS one, DOI: 10.1371/journal.pone.0002700

ddp/wissenschaft.de ? Uwe Thomanek


Reload-Capcha neu laden Text der identifiziert werden soll

Bitte geben Sie zusätzlich noch den Sicherheitscode ein!

Rubriken

 


Harte Nuss
Rätsel: Berühmte Entdecker gesucht

 

Der Buchtipp

Was kommt dabei heraus, wenn sich Alice nicht ins Wunderland verirrt, sondern in eine Vorlesung über Quantenphysik? Eine Reise als intellektueller und ästhetischer Genuss.

Zu allen Buchtipps


Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Konradin Mediengruppe