Die Urahnen der Trinkschokolade

 Schon vor über 3.000 Jahren erfreuten sich Meschen an Kakaogetränken, die damals in Tongefäßen aufbewahrt wurden. Bild: PNAS/National Academy of Sciences
Schon vor über 3.000 Jahren erfreuten sich Meschen an Kakaogetränken, die damals in Tongefäßen aufbewahrt wurden. Bild: PNAS/National Academy of Sciences
Die Menschen in Mittelamerika genossen schon etwa 1150 vor Christus Kakaogetränke. Das berichten amerikanische Wissenschaftler, die in alten Tongefäßen aus Honduras Rückstände von Theobromin fanden, einer chemischen Komponente der Kakaopflanze. Kakao wurde damit schon fünfhundert Jahre früher genutzt als bislang bekannt. Das Kakaogetränk wurde wahrscheinlich durch Fermentation des süßen Fruchtfleisches, das die Samen umgibt, hergestellt, vermuten die Forscher.
Theobromin kommt sowohl im Fruchtfleisch der Pflanze als auch in der Kakaobohne vor. So lässt der Fund der Substanz selber keine Aussage zu, ob das Getränk aus dem Fruchtfleisch hergestellt wurde oder wie die heutige bekannte Trinkschokolade aus der Kakaobohne, dem Samen der Kakaopflanze. Die Wissenschaftler schließen jedoch aus der Veränderung der Form der Serviergefäße, dass der Schokoladentrunk ein Nebenprodukt früherer fermentierter Getränke war. Denn zuckerreiche Pflanzen wurden schon früh dazu genutzt, alkoholhaltige Getränke herzustellen.

Das untere Ulúa-Tal in Honduras, aus dem die Tongefäße stammen, ist damit die Region mit dem ältesten bekannten Hinweis auf Kakaokonsum. Das Tal ist weit entfernt von den bislang angenommenen ursprünglichen Zentren des Kakaoanbaus und der Kakaonutzung. Aus der Art der Gefäße, in denen das Getränk aufbewahrt wurde, schließen die Forscher, dass der Kakao bei besonderen Ereignissen wie Hochzeiten oder Geburten gereicht wurde. Das spätere Kakaogetränk, das aus Kakaobohnen hergestellt wurde, wurde im 16. Jahrhundert in ganz Mittelamerika ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Kakaobohnen wurden im Aztekenreich sogar als Standardwährung verwendet.
John Henderson (Cornell-Universität, Ithaca) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0708815104

ddp/wissenschaft.de ? Gesa Graser


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