Erdnüsse, Kürbisse und Baumwolle aus der Steinzeit

In den Anden wurde schon vor 10.000 Jahren Landwirtschaft betrieben. Hinweise darauf fanden nun amerikanische Anthropologen im Ñanchoc-Tal im nördlichen Peru. Die Forscher entdeckten Überreste von einer Kürbisart, Erdnüssen, Maniok und Baumwolle in den Böden und Feuerstellen einer Siedlung aus der präkeramischen Periode. In diesem Zeitabschnitt am Anfang der Jungsteinzeit
benutzten die Menschen noch keine gebrannten Tongefäße und fingen wahrscheinlich gerade erst an, sesshaft zu werden. Die bislang ältesten bekannten Anzeichen für Ackerbau in den Anden sind nur 5.000 Jahre alt.
Die Wissenschaftler fanden zusätzlich zu den pflanzlichen Überresten Hinweise auf runde und rechteckige Häuser, die für die verschiedenen Epochen der präkeramischen Periode typisch sind. Außerdem entdeckten sie Strukturen von Vorratslagern, kleinen Bewässerungskanälen und Gartenflächen sowie steinerne Gartenhacken.

Die Forscher datierten die Reste der Kürbisart auf ein Alter von 9.240 Jahren, die der Erdnüsse auf 7.840 Jahre und die Baumwollreste auf 5.490 Jahre. Botaniker gehen davon aus, dass alle drei Pflanzenarten in der Jungsteinzeit in dem untersuchten Gebiet nicht heimisch waren. Das belegen weitere archäologische Funde und ein Vergleich mit in diesem Gebiet heute auftretenden Pflanzengesellschaften. Diese Kulturpflanzen wurden deshalb wohl zuerst in anderen Gegenden aus Wildpflanzen gezüchtet und anschließend durch Händler oder Gärtner in das Tal gebracht, vermutet das Anthropologenteam. Die Struktur und Verteilung der Bewässerungsgräben und Anbauflächen deutet darauf hin, dass die Menschen das Gemüse für den Bedarf der Siedlung gemeinsam erzeugten und nicht jede Familie für sich selbst.

Mit der Entwicklung des Ackerbaus fanden weitere Wechsel in der Kultur und Gesellschaft dieser Menschen statt: Sie wurden sesshafter, entwickelten Bewässerungstechniken, bauten Erdwälle und hielten öffentliche Zeremonien ab, erklärt Studienleiter Tom Dillehay.
Tom Dillehay (Vanderbilt-Universität, Nashville) et al.: Science, Bd. 316, S.1890

ddp/wissenschaft.de ? Tobias Becker


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