"Out of Africa" - und wieder zurück

Nachdem der moderne Mensch vor rund 100.000 Jahren aus Afrika in den Mittleren Osten ausgewandert war, schlug ein Teil der Jäger und Sammler einen Bogen zurück: Entlang des Mittelmeers besiedelten sie vor rund 40.000 Jahren gleichermaßen den Norden Afrikas wie auch Europa. Das hat ein internationales Forscherteam um die Italienerin Anna Olivieri von in genetischen Studien herausgefunden. Die Wissenschaftler verglichen das Erbmaterial von Bevölkerungsgruppen in verschiedenen Ländern und Regionen miteinander und konnten anhand der Verwandtschaftsbeziehungen die Wanderbewegungen nachzeichnen und datieren.
Nach den Ergebnissen der Forscher verließ Homo sapiens vor rund 100.000 Jahren das östliche Afrika und strebte über das Horn von Afrika und den heutigen Jemen in Richtung Asien. Klimatische Veränderungen müssen in der Folgezeit auch andere nördlicher gelegene Gebiete bewohnbar gemacht haben, vermuten die Forscher. Menschengruppen zogen demnach auch über den heutigen Irak und Jordanien ans Mittelmeer. Entlang der Küste kamen vor rund 40.000 bis 45.000 Jahren die Jäger und Sammler in den Norden Afrikas zurück.

In ihrer Studie untersuchten die Forscher das Erbmaterial von Einheimischen aus insgesamt 93 Regionen Europas, Asiens und Afrikas. Dabei betrachteten sie nur die so genannte mitochondriale Erbsubstanz (mtDNA). Diese steckt in den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, und hat die Besonderheit, dass sie nur in der mütterlichen Linie vererbt wird. Damit gelangen genetische Informationen mit all ihren Mutationen immer direkt von der Mutter auf das Kind, ohne mit dem Erbmaterial des Vaters gemischt zu werden. Aus diesen klaren Abstammungsverhältnissen und der durchschnittlichen Rate an Genveränderungen in der mitochondrialen DNA können Wissenschaftler zurückrechnen, wann sich Bevölkerungsgruppen aufgespaltet haben.
Anna Olivieri (Universität Pavia) et al.: Science, Bd. 314, S. 1767

ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer


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