Uralten Ernährungsgewohnheiten auf den Zahn gefühlt

Mikroskopisch kleine Spuren an fossilen Zähnen spiegeln noch nach mehreren Millionen Jahren den Speiseplan ihrer ehemaligen Besitzer wider. Das haben amerikanische Forscher bei der Untersuchung der Zähne zweier ausgestorbener Menschenspezies aus Südafrika entdeckt. So zeigt die Verteilung von Kratzern und Gruben im Zahn beispielsweise, dass der vor etwa zwei Millionen Jahren ausgestorbene Frühmensch Australopithecus africanus relativ harte Pflanzenkost zu sich nahm.
Die Forscher untersuchten zuerst die Gebisse heutiger Affen, deren Speiseplan sie kannten. Gehaubte Kapuzineraffen (Cebus apella) fressen Fruchtfleisch und sprödes Körnermaterial, Mantelbrüllaffen (Alouatta palliata) dagegen Blätter und grobe, harte Pflanzenstücke. Anhand dessen ordneten die Wissenschaftler unterschiedliche Verschleißformen der Zähne den unterschiedlich harten Pflanzenmaterialien zu.

Im zweiten Schritt wandten sie sich den fossilen Zähnen früher menschlicher Spezies zu. Australopithecus africanus lebte vor etwa drei Millionen Jahren in einer Region im südlichen Afrika, wo circa eine Million Jahre später auch die Spezies Paranthropus robustus heimisch wurde. Über die Ernährung der beiden Menschenspezies gaben die Abnutzungsmuster ihrer Zähne Aufschluss: Während A. africanus sich mit groben, holzigen Stoffen durchschlug, aß P. robustus überwiegend harte, spröde Dinge wie Körner und Samen. Ihre Speisepläne waren jedoch variabel und überschnitten sich teilweise.

Bisherige Untersuchungen erhaltener Zahnoberflächen ergaben zwar Anhaltspunkte über die Ernährungsweise der einstigen Zahnbesitzer, doch die Ergebnisse waren stark fehlerbehaftet und nicht reproduzierbar.

Peter Ungar (Universität von Arkansas, Fayetteville) et al.: Nature, Bd. 436, S. 693
ddp/wissenschaft.de ? Mareile Müller-Merbach


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