Lustwandeln bei Lucy und Co

Bereits vor 3,5 Millionen Jahren konnten die Vorfahren des Menschen aufrecht gehen. Darauf deuten neue computergesteuerte Analysen versteinerter Fußspuren aus Tansania hin. Demnach bewegte sich der damals lebende Australopithecus afarensis aufrecht mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Meter pro Sekunde fort.
Auch 25 Jahre nach dem Fund der prähistorischen Fußspuren im tansanischen Laetoli ist umstritten, ob sie von einem aufrecht gehenden Menschen stammen oder auf den eher schlurfenden Gang eines Affen hindeuten. Ein Team um den Primatenforscher William Sellers von der Universität in Loughbourough nahm nun Methoden der modernen Computertechnologie zu Hilfe, um dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Australopithecus afarensis hat sich mit einer Geschwindigkeit zwischen 0,6 und 1,3 Meter pro Sekunde fortbewegt, legen die Berechnungen der Wissenschaftler nahe. Frühere Untersuchungen hatten dagegen Geschwindigkeiten von 0,5 bis 0,75 Meter pro Sekunde ergeben. Die neuen Ergebnisse würden der Auffassung widersprechen, dass dieser Vorfahre des Menschen sich auf Affenart fortbewegt hat, schließen Sellers und seine Kollegen. Sie legten vielmehr nahe, dass er vollkommen aufrecht ging.

Die von den britischen Forschern benutzte Technik simuliert verschiedene Gangarten und errechnet dabei den energiesparendsten Bewegungsablauf bei verschiedenen Schrittgeschwindigkeiten. Die Methode war vorher bereits an lebenden Menschen getestet worden, indem die Modellberechnungen für Schrittgröße, Schrittgeschwindigkeit und Energieverbrauch mit den tatsächlichen Werten verglichen wurden. Im Falle der prähistorischen Spuren legten die britischen Forscher die Proportionen des Skeletts "Lucy" zugrunde, das 1974 in Äthiopien gefunden wurde und 3,2 Millionen Jahre alt ist.

William Sellars ( Universität in Loughbourough) et al.: Proceedings of the Royal Society: Interface, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1098/rsif.2005.0060
ddp/wissenschaft.de ? Christine Amrhein


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