Linker Haken schlägt gerade Rechte

Kämpferisch geprägte Kulturen bringen mehr Linkshänder hervor als eher pazifistische Gesellschaften. Das haben französische Wissenschaftler gezeigt. Der Grund dafür ist, dass Linkshänder nicht nur in sportlichen Wettkämpfen, sondern auch in Kämpfen um Leben und Tod einen strategischen Vorteil haben. So hat sich die bereits in der Altsteinzeit auftretende Veranlagung in der Entwicklung des Menschen je nach Kultur unterschiedlich stark durchgesetzt, berichten Charlotte Faurie und Michel Raymond von der Universität in Montpellier im Fachmagazin Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2004.2926).
Linkshändigkeit ist vor allem bei Zweikämpfen von Nutzen, da sowohl Links- als auch Rechtshänder meistens keinen linkshändigen Gegner erwarten und sich auf diese mangels Erfahrung häufig nicht richtig einstellen können. Die Forscher werteten für ihre Untersuchung Feldstudien und Literatur über mehrere Kulturen aus, darunter die der Dioula in Burkina Faso, der Inuit in Kanada und Alaska und der Yanomamö in Venezuela. Dabei verglichen sie den Anteil der Linkshänder und die Zahl der verübten Morde. Die Annahme der Forscher bestätigte sich: In pazifistischen Kulturen, bei denen sehr wenige Morde verübt werden, gab es nur 3 Prozent Linkshänder, während die Wissenschaftler in den kriegerischeren Kulturen bis zu 27 Prozent Linkshändigkeit verzeichneten.

Daher hatte wohl vor allem die kriegerische Vergangenheit der Menschheit einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung von Rechts- und Linkshändern, schreiben die Wissenschaftler. Es ist jedoch auch möglich, das die Linkshändigkeit noch weitere Vorteile mit sich brachte.
ddp/bdw - Eva Hörschgen


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