Das Alter ist noch jung

 Einer der untersuchten Schädel der Cro-Magnon-Menschen (Bild: PNAS)
Einer der untersuchten Schädel der Cro-Magnon-Menschen (Bild: PNAS)
Der Mensch wird noch nicht lange alt: Erst vor etwa 30.000 Jahren stieg die Lebenserwartung drastisch an, haben amerikanische Anthropologen herausgefunden. Mit mehr lebenserfahrenen, älteren Menschen in der Gemeinschaft konnten sich moderne Lebensweisen entwickeln, vermuten Rachel Caspari von der Universität in Ann Arbor und Sang-Hee Lee von der Universität in Riverside in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, doi/10.1073/pnas.0402857101).
Die Forscher untersuchten mehr als 750 fossile Überreste von Menschen aufeinanderfolgender Zeitperioden. Anhand der Zähne bestimmten sie das Alter der Individuen und damit auch das Verhältnis von jungen und alten Erwachsenen. Als alt definierten sie Individuen, die mindestens doppelt so alt waren wie das Alter, in dem die Geschlechtsreife einsetzte. In diesem Lebensabschnitt kommen meist die Weisheitszähne. Im Laufe der Evolution erreichten immer mehr Menschen ein höheres Alter, fanden die Wissenschaftler heraus. Dabei gab es gegen Ende der Altsteinzeit eine Steigerung der Lebensspanne, die um einiges größer war als die vorherigen Anstiege.

Dieser Trend habe vermutlich maßgeblich dazu beigetragen, dass die Bevölkerung wuchs und kulturelle Neuerungen entstanden, schreiben Caspari und Lee. Dank älterer, erfahrenerer Mitmenschen konnte der frühe moderne Mensch mehr Informationen ansammeln und von Generation zu Generation weitergeben. Auch soziale Bindungen und verwandtschaftliche Beziehungen wurden durch das Erreichen des höheren Alters gestärkt. So können die Großeltern zum Beispiel bei der Erziehung der Enkel helfen. "Bedeutende Langlebigkeit kam erst spät in der menschlichen Evolution", so die Autoren. "Die Vorteile müssen irgendwie die Unzulänglichkeiten und Krankheiten des Alters aufgewogen haben."
ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff


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