Moderner Klang in alten Schädeln

Frühmenschen hatten bereits vor mindestens 350.000 Jahren ähnliche Hörfähigkeiten wie der moderne Mensch. Das haben spanische Forscher bei der Analyse fünf fossiler frühmenschlicher Schädel herausgefunden. Ihre Untersuchungen schildern Ignacio Martinez von der Universität Alcalá und seine Kollegen in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, doi/10.1073/pnas.0403595101)
Das menschliche Gehör unterscheidet sich von dem der meisten anderen Primaten. Es behält eine recht hohe Empfindlichkeit für Töne im gesamten Bereich von 2 bis 4 Kilohertz (kHz). Innerhalb dieser Frequenzen bewegt sich auch die menschliche Sprache. Dagegen können Schimpansen, die nächsten Verwandten des Menschen, am besten bei 1 kHz und bei 8 kHz hören.

Martinez und sein Team untersuchten die Skelettanatomie im Bereich von Außen- und Innenohr bei den Überresten von fünf Hominiden, die in Spanien gefunden wurden und der Art Homo heidelbergensis zugeordnet werden. Außerdem simulierten die Forscher, wie der Schall durch Außen- und Innenohr geleitet wird. Die Hörfähigkeiten der Frühmenschen waren im Bereich zwischen 3 und 5 kHz bei den Frühmenschen mit denen moderner Menschen vergleichbar, fanden die Wissenschaftler. Die anatomischen Voraussetzungen für die Wahrnehmung der menschlichen Sprache waren bei den Frühmenschen vor 350.000 Jahren demnach schon vorhanden.

Die untersuchten Fossilien sind allerdings nicht in direkter Linie mit dem modernen Menschen verwandt, sondern Teil der Neandertaler-Linie. Daher vermuten die Forscher, dass bereits ein vor rund 500.000 Jahren lebender gemeinsamer Verwandter die Fähigkeit entwickelt hat, besonders gut im Frequenzbereich der menschlichen Sprache zu hören.
ddp/bdw - Cornelia Dick-Pfaff


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