Neandertaler waren schnell aus dem Gröbsten raus

Junge Neandertaler waren bereits im Alter von 15 Jahren ausgewachsen. Darauf deutet die Wachstumsrate ihrer Vorderzähne hin, wie Anthropologen aus Frankreich und Spanien bei Analysen fossiler Zähne herausfanden. Ihre Untersuchungen schildern José Maria Bermudez de Castro vom Nationalmuseum für Naturwissenschaften in Madrid und sein französischer Kollege Fernando V. Ramirez Rozzi in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 428, S. 936).
Die beiden Forscher analysierten den Zahnschmelz von mehr als 350 fossilen Zähnen, die von insgesamt 119 Individuen stammten ? darunter Neandertaler und frühe moderne Menschen. Das Wachstum der Zähne selbst kann anhand des Zahnschmelzes bestimmt werden. Vom Zahnwachstum lässt sich wiederum sehr gut auf die gesamte körperliche Entwicklung schließen.

Beim modernen Menschen verlangsamt sich das Wachstum der Zähne mit zunehmender Entwicklung. Beim Neandertaler-Zahnschmelz fanden die Wissenschaftler dagegen eine gleichbleibende Wachstumsrate. Die Zahnkrone der Neandertaler bildete sich außerdem um 15 Prozent schneller als die moderner Menschen. Von den untersuchten Frühmenschen zeigten die Neandertaler damit die kürzeste Entwicklungszeit. Sie brauchten schätzungsweise nur etwa 15 Jahre, um das Erwachsenenalter zu erreichen.

Für ein derart schnelles Wachstum benötigte der Neandertaler einen sehr schnellen Stoffwechsel und eine entsprechend kalorienreiche Ernährung, vermuten die Anthropologen. Das Ergebnis ist ein zudem weiter Hinweis darauf, dass der Neandertaler und der moderne Mensch nur entfernt miteinander verwandt sind.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff


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