Computer als Sherlock Holmes

Britische Wissenschaftler haben eine Software entwickelt, die künftig bei der Aufklärung von Kriminalfällen helfen soll. Das Programm benötigt dazu sämtliche vorhandene Informationen über ein Verbrechen und erstellt damit auf der Basis einer großen Datenbank alle möglichen und wahrscheinlichen Szenarien. Einen Prototyp dieser Software stellten die Wissenschaftler auf der Internationalen Konferenz für Künstliche Intelligenz und Gesetz an der Universität von Edinburgh vor, berichtet das britische Wissenschaftsblatt New Scientist (Ausgabe vom 5. Juli, S. 14).
Die Software soll verhindern, dass Kriminalbeamte sich in eine falsche Richtung verrennen, erklärt einer der Softwareentwickler, Jeroen Keppens vom Joseph-Bell-Zentrum für Forensische Statistik und Legales Urteilen in Edinburgh. So enthält die Datenbank des Programms beispielsweise eine Vielzahl an Umständen, die zum Tod einer Person führen können. Auf dieser Grundlage kombiniert die Software die aktuellen Beweisstücke in verschiedenen Variationen und eröffnet dem Ermittler somit Zusammenhänge, die er sonst vielleicht übersehen hätte. Zugleich berechnet das Programm die Wahrscheinlichkeit jedes einzelnen Szenarios.

Handelt es sich zum Beispiel um eine Hirnblutung, wird das Programm als mögliche Ursachen unter anderem einen Unfall oder auch Alkoholmissbrauch anzeigen, meint Keppens. Bis die Software tatsächlich zur Aufklärung realer Kriminalfälle herangezogen werden kann, wird es allerdings noch mindestens zwei Jahre dauern.
ddp/bdw - Stefanie Offermann


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