Unsere Vorfahren hangelten sich von Ast zu Ast

Der Vorfahr des Menschen und anderer heute lebender Primaten konnte sich zwar gut von Ast zu Ast hangeln. Bei der gezielten Jagd auf Beutetiere war er dagegen wohl eher schwach. Das schließen amerikanische Forscher aus dem Skelett eines seiner Nachkommen, einem "Vetter" von Affen, Menschenaffen und Menschen. Das berichtet die Fachzeitschirft "Science" (Bd. 298 S.1606).
Carpolestes simpsoni heißt der Uraffe, dessen gut erhaltenes Skelett Jonathan Bloch und Doug Boyer von der Universität Michigan (USA) nun ausgegraben haben. Er gehört zu einer Gruppe archaischer Primaten, die als nahe Verwandte heutiger höherer Primaten angesehen werden.

Anhand des rund 55 Millionen Jahre alten Skeletts konnten die Paläontologen erkennen, dass C. simpsoni klein war und einen langen Schwanz hatte. Außerdem zeigt er einige Merkmale, die für höhere Primaten typisch sind, wie zum Beispiel einen Daumen, der den anderen Fingern gegenübergestellt ist. Aufgrund dieser Daumenstellung konnte C.simpsoni Äste besonders gut ergreifen, vermuten Bloch und Boyer. Dieses und andere Merkmale würden darauf hindeuten, dass C. simpsoni und die höheren Primaten einen gemeinsamen Vorfahr haben.

Andererseits hatte der primitivere C. simpsoni keine nach vorn gerichteten Augen und konnte daher nur schlecht räumlich sehen. Seine Beute mit den Augen zu erfassen und sie mit einem gezielten Sprung zu fangen, gehörte vermutlich nicht zu den Stärken unseres Urahns, teilen die Forscher mit. Diese Jagdmethode hatten einige Forscher unserem Vorfahr zugeschrieben.
ddp/bdw ? Heidi Scharvogel


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