Forscher: Erst das Wachstum der Weltbevölkerung brachte den Menschen zur Kultur

Der anatomisch moderne Mensch mag vor 200.000 Jahren in Afrika das erste Mal aufgetaucht sein. In einigen wesentlichen Aspekten "kulturell modern" wurden Menschen aber erst vor etwa 50.000 Jahren. Die These vertraten Archäologen der Universität Arizona am Freitag (15. Februar) auf einer Tagung der Amerikanischen Gesellschaft für die Entwicklung in der Wissenschaft (AAAS) in Boston.
Gleichzeitig in Afrika, Asien und Europa begannen Menschen am Ende der Altsteinzeit damit, sich mit Anhängern und verzierten Perlen zu schmücken. Die Ausdehnung über verschiedene Kontinente zeigt, dass die neue Sitte nicht an eine bestimmte Menschenpopulation gebunden war und sich mit ihr ausgebreitet hat, erklärten Mary Stiner und Steven Kuhn. Was hat die Menschen also dazu bewegt, überall auf der Welt mit der Herstellung von Schmuck zu beginnen? Die Antwort der beiden Forscher: Die Bevölkerungsdichte nahm global zu. Daher trafen sich nun häufiger Menschen, die sich noch nicht kannten oder nur selten sahen. Der Schmuck half dabei, gegenüber den Fremden den eigenen Status anzuzeigen.

Die These von der wachsenden Bevölkerung unterstrichen die Forscher mit einer zweiten Beobachtung: Ebenfalls vor etwa 40.000 bis 50.000 Jahren begannen Menschen mit der Jagd auf schwierig zu fangende Tiere. Während sie sich zuvor mit Schellfischen oder Schildkröten begnügten, erlegten Jäger nun auch Vögel, Hasen und Kaninchen. Das wurde offenbar notwendig, da die einfach zu fangenden Tiere nicht mehr den zunehmenden Nahrungsbedarf der Menschen decken konnten.
ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek


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