Bereits vor 40.000 Jahren drangen Menschen in Europa bis in den Polarkreis vor

Waren es Neanderthaler oder moderne Menschen, die vor fast 40.000 Jahren ihre Spuren westlich des polaren Teils des Uralgebirges hinterließen? Diese Frage stellt sich John Inge Svendsen von der Universität Bergen im Fachmagazin Nature. Zusammen mit seinen Kollegen hat er dort Steinwerkzeuge und einen bearbeiteten Mammutstoßzahn gefunden.
Bisher ging man davon aus, dass vor rund 13.000 Jahren ? gegen Ende der letzten Eiszeit ? Menschen zu ersten Mal bis zum arktischen Polarkreis vor gestossen sind. Doch die Forscher konnten das Alter des bearbeiteten Mammutstoßzahns mittels einer Radiokarbonmessung eindeutig bestimmen. Allerdings fanden sie keine Hinweise, aus denen hervorgehen könnte, ob die gefundenen Artefakte vom modernen Menschen oder vom Neanderthaler hinterlassen wurden.

Svendsen und seine Kollegen neigen aber zu der Annahme, dass es sich hierbei um moderne Menschen gehandelt haben muss. Denn einige hundert Kilometer weiter südlich hatte man bereits früher schon Steinwerkzeuge gefunden, die man dem modernen Menschen zuordnete. Das würde für eine erstaunlich schnelle Ausbreitung des modernen Menschen sprechen, der gemäß der Out-of-Africa-Hypothese gerade erst aus Afrika nach Europa vorgedrungen war.

Unabhängig von dieser Frage, deuten diese Funde darauf hin, dass vor 40.000 Jahren weniger Landfläche mit Eis bedeckt war, als bisher von manche Wissenschaftler angenommen wurde. Denn das Vorkommen von Mammuts spricht für eine steppenartige Landschaft mit offenem Grasland.
Axel Tillemans


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