Mobilität der Frauen erklärt genetische Vielfalt der Männer

Die Frauen ziehen in rund 70 Prozent aller menschlichen Gesellschaften in das Haus ihrer Männer: Dieses Phänomen erklärt die Variationsbreite kleiner genetischer Unterschiede bei Männern und Frauen. Das berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachblatt Nature Genetics.
Vor drei Jahren entdeckten Wissenschaftler, dass die genetische Variabilität im Y-Chromosom, das vom Vater an seine Söhne vererbt wird, größer ist als in der DNA der Mitochondrien. Das sind kleine Zellorgane, die von der Mutter an ihre Töchter weiter gegeben werden.

Um die Ursache dafür heraus zu finden, untersuchten die Wissenschaftler die DNA von einigen Gesellschaften in Nordthailand. Das Ergebnis: In Volksstämmen, in denen die Frauen in den Geburtsort ihrer Männer ziehen, ist die genetische Vielfalt im Y-Chromosom wie erwartet größer als in den Mitochondrien. In Gesellschaften, in denen die Männer in den Geburtsort ihrer Frauen ziehen, verhält sich die genetische Variabilität dagegen genau umgekehrt.

Diese Verhaltensmuster erklären die Variationsbreite genetischer Unterschiede bei Männern und Frauen: In Volksstämmen, in denen die Männer ortsgebunden sind, wird Erbmaterial der Y-Chromosomen innerhalb eines Stammes durchgemischt. Unterschiede innerhalb des Dorfes verschwinden, während sich Differenzen zur DNA anderer Stämme im Laufe der Zeit anhäufen. Die DNA der Mitochondrien wird dagegen fortlaufend homogenisiert, weil die Frauen öfter von Dorf zu Dorf ziehen.
Adam Bostanci


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