Schädelanalyse ergibt: Neandertaler sind nicht eng mit uns verwandt

Sind die Neandertaler eng oder eher weitläufig mit uns modernen Menschen verwandt? Eine neue Antwort auf diese alte Frage haben Forscher der Universität Zürich mit Hilfe von Computergrafiken gefunden. Ein Vergleich von Schädeln mehrerer Neandertaler und moderner Menschen ergab, dass die wesentlichen Unterschiede bereits in der frühen Kindheit, eventuell sogar schon im Mutterleib in Erscheinung treten. Das stützt die These, dass beide Menschenformen verschiedenen Spezies angehörten.
Für ihre Untersuchungen verglichen Marcia Ponce de León und Christoph Zollikofer die Schädelfragmente von elf Neandertaler-Kindern und fünf Erwachsenen mit 25 anatomisch modernen Menschen aller Altersgruppen, unter denen sich auch drei Fossilien befanden. Mit Computer-Tomographien und verschiedenen Rekonstruktions-Verfahren erstellten sie zunächst dreidimensionale Ansichten aller Schädel. Dann verglichen sie, wie sich verschiedene Schädelpartien zwischen Baby- und Erwachsenen-Alter entwickelt hatten.

"Die Hauptunterschiede beruhen auf bereits früh differierenden Wachstumsraten und -phasen", schreiben die Autoren in der Zeitschrift Nature. Ihre Schlussfolgerung, dass Neandertaler und moderne Menschen nicht sehr eng verwandt sein können, deckt sich mit anderen Forschungsergebnissen. Die Analyse des Erbguts dreier Neandertaler und andere Daten ergaben, dass diese Menschenform seit mindestens 500.000 Jahren eine eigene evolutionäre Linie bildet.
Frank Eckhardt


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