Ziegen haben prähistorischen Menschen weite Wanderungen ermöglicht

Genügsame Ziegen waren es, die es prähistorischen Farmern erstmals ermöglichten, weite Strecken zurückzulegen. Sie dienten als Milchlieferant und als Tauschware. Mit Hilfe genetischer Tests an heute lebenden Ziegen konnte ein Forscherteam aus der Schweiz und Frankreich zeigen, dass Ziegen drei verschiedene Abstammungslinien haben. Ihre weite Verbreitung durch den Menschen führte bald dazu, dass die Tiere sich über Kontinente hinweg untereinander fortpflanzten. Das Ergebnis der Studie ist in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht.
Das Team um Gordon Luikart, von der Université Joseph Fourier in Grenoble untersuchte die Mitochondrien-DNA von 88 Ziegenherden aus Europa, Asien, Afrika und dem Vorderen Orient. Die Forscher stellten fest, dass Ziegen an drei verschiedenen Orten gezähmt wurden. Die Bezoar-Ziege, deren Nachfahren heute in ganz Europa und Afrika verbreitet sind, domestizierten die Menschen im Vorderen Orient. Eine weitere Rasse konnten die Forscher in Indien, der Mongolei und Südostasien ausmachen. Sie stammt von einer weiblichen Ziege ab, die vor 9.000 Jahren in Pakistan gezähmt wurde. Eine dritte wenig verbreitete Abstammungslinie fanden die Forscher in Ziegen aus der Mongolei, der Schweiz und Slovenien.

Die DNA aus den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, wird nur in der mütterlichen Linie weitervererbt. Durch die Befruchtung oder durch Fortpflanzung mit wilden Tieren verändert sich das genetische Material nicht, so dass man die Mitochondrien-DNA jeder gezähmten Ziege auf ein einst wildes Muttertier zurückverfolgen kann.

Die Studie soll nun helfen festzustellen, wann und wie die Domestikation im Einzelnen stattgefunden hat. Außerdem hoffen die Forscher herauszufinden, wann die Ziegen, und damit auch die Menschen, am meisten gewandert sind ? in der Vorgeschichte, in römischer Zeit oder während der mongolischen Reiche.

Birgit Kahler


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