Mit den Werkzeugen kam die Sprache

Urmenschen lernten im Umgang mit den Händen komplexes Denken
Homo sapiens und auch der Neandertaler konnten Werkzeuge so handhaben, dass sie in der einen Hand das Werkzeug und in der anderen das Werkstück halten. Damit machten sie in der Evolution einen gewaltigen Schritt nach vorn. Möglicherweise war dies überhaupt die Grundlage für die Herausbildung der menschlichen Sprache. Diese These vertritt der Paläoanthropologe Stanley Ambrose von der University of Illinois at Urbana-Champaign in "Science".

Die Fähigkeit, einen Gegenstand mit der einen Hand - gewöhnlich der linken - stabil zu halten und mit der anderen zu bearbeiten, führte zur bevorzugten Händigkeit. Die gewohnheitsmäßige Herstellung von Objekten und Werkzeugen "könnte zur Lateralisierung der Gehirn-Funktionen geführt haben und die Entwicklung der Sprache angestoßen haben", meint Ambrose. Dieser Entwicklungsfortschritt zeige sich sehr gut beim Unterschied von Mensch und Schimpanse: Der Affe könne kaum eine Beidhändigkeit koordinieren, bevorzuge kaum in dem Maße die Rechtshändigkeit wie der Mensch, könne nicht so präzise zugreifen und habe eine beschränkte Handgelenksmobilität und Daumenstärke.

Die verschiedenen Bestandteile für komplexe Werkzeuge - Griffe, Bindematerialien, Steineinfassungen ? überhaupt zusammenzustellen, erfordert das Lösen von Planungs- und Koordinationsaufgaben. "Dieser Teil des Gehirns, den wir heute für unsere komplexen Aufgaben nutzen, könnte sich zusammen mit dem komplexen Werkzeugbau vor etwa 300.000 Jahren entwickelt haben," meint der Anthropologe.

Doris Marszk


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