Früheste Vorfahren des Menschen in Kenia entdeckt.

Wann haben sich Menschen und Schimpansen getrennt?

Etwa 6 Millionen Jahre alt sollen sie sein, die neuen Fossilienfunde der frühesten Vorfahren der Menschen, die jetzt in Kenia ausgegraben wurden. Damit wären die mit 4,5 Millionen Jahren bislang ältesten Funde aus Aramis in Äthiopien, um 1,5 Millionen Jahre übertroffen. Leakeys Lucy, das berühmte Skelett des Australopithecus Afarensis, ebenfalls aus Äthiopien, ist sogar nur 3,2 Millionen Jahre alt. Die französischen und kenianischen Forscher glauben, dass der "Millennium Mann" in der Wissenschaft eine neue Denkweise über Evolution und den Ursprung von Lebewesen einleiten könnte.

Seit Ende Oktober hat das französisch - kenianische Team in den Tugen Bergen im kenianischen Baringo District, 240 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Nairobi, zahlreiche Körperteile freigelegt. Diese gehören zu mindestens 5 Individuen, sowohl Männer als auch Frauen. Obwohl die eben freigelegten Funde selbst bislang noch nicht datiert wurden, können die Forscher sie bereits datierten Schichten (Straten) zuweisen. Zwei Teams aus England und den USA konnten unabhängig voneinander für die in Frage kommenden Fundschichten ein Alter von 6 Millionen Jahren nachweisen.

Ein derart altes Fossil könnte ein Kernstück, bei der Entschlüsselung eines der ältesten Rätsel der Evolutionsgeschichte, sein, nämlich: Wann haben sich die gemeinsamen Vorfahren von Schimpansen und Menschen in zwei verschiedene Arten getrennt? Bislang wurde unter Wissenschaftlern die Theorie favorisiert, nach der die Aufspaltung vor 5 bis 8 Millionen Jahren stattgefunden haben muss. Die menschliche DNA gleicht zu mehr als 98 Prozent der eines Schimpansen.

Ein nahezu perfekt versteinerter linker Femur zeigt, dass der "Millennium Mann" kräftige Hinterbeine hatte, die es ihm ermöglichten aufrecht zu gehen. Eine Eigenschaft, die den "Mann" direkt mit den heutigen Menschen in Verbindung bringt. Ein dicker rechter Oberarmknochen macht es wahrscheinlich, dass der "Mann" zwar über die Fertigkeit verfügte auf Bäume zu klettern, diese aber nicht ausreichte um frei am Ast zu baumeln oder gar von Ast zu Ast zu schwingen. Von der Länge der Knochen kann Brigitte Senut, vom Naturhistorischen Museum in Paris, auf die Größe des "Mannes" schließen, die dem eines modernen Schimpansen entsprochen haben muss. Der "Millennium Mann" hatte kleine Eckzähne und volle Backenzähne, ähnlich den Zähnen moderner Menschen. Auf seinem Speiseplan standen wohl hauptsächlich Früchte und Gemüse und manchmal Fleisch.

Das Baringo Gebiet ist Teil von Afrikas Great Rift Valley, die Quelle beinahe aller Fossilien die in Verbindung mit den frühen Vorfahren der Menschen stehen. Die Gegend ist reich an Calciumcarbonat und Calciumphosphat, welche das organische Material in Knochen ersetzen und daraus Fossilien (Versteinerungen) machen - und dies in einer Umgebung die von Lava und vulkanischer Asche versiegelt ist.

Birgit Stöcklhuber


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