Die Menschwerdung im Blick

Die Menschwerdung ist und bleibt rätselhaft. (Illustration: martinwimmer/iStock)

Wie ist das Wesen entstanden, das fragend auf sich selbst blickt? bild der wissenschaft rückt in der neuen Ausgabe spannende Forschungsergebnisse zur menschlichen Evolution in den Fokus. Das Jahr 2017 hat demnach die Anthropologie kräftig aufgemischt: Die Entwicklungsgeschichte des Menschen erscheint nun teilweise in neuem Licht. Außerdem beschäftigt sich das zweiteilige Titelthema mit der Bedeutung einer buchstäblich zündenden Innovation: der Nutzung des Feuers - vor allem zum Kochen.

Im ersten Teilartikel präsentiert der bild der wissenschaft-Experte Thorwald Ewe die erstaunlichen Entwicklungen im Bereich der Anthropologie und ordnet sie in die bereits vorhandenen Erkenntnisse der Wissenschaft ein. Immer mehr scheint sich demnach abzuzeichnen, dass die menschliche Entwicklungsgeschichte eher dem Bild eines Stammbuschs als eines Stammbaums gleicht: Die vielen neu entdeckten Formen der Gattung Homo und ihre schwer fassbaren Verknüpfungen, lassen die menschliche Evolutionsgeschichte immer komplexer erscheinen.

Mosaik Mensch

Konkret haben beispielsweise Funde in Südosteuropa für Erstaunen gesorgt. Dort stießen Anthropologen auf die Spuren der frühesten bekannten Vertreter der menschlichen Entwicklungslinie – sie sind 5,7 Millionen Jahre alt. Das wirft Fragen auf, inwieweit die frühe Evolutionsgeschichte des Menschen vielleicht nicht nur auf Afrika beschränkt gewesen sein könnte. Für eine weitere Sensation sorgten Funde, die nahelegen, dass der moderne Mensch möglicherweise 100.000 Jahre älter ist, als bislang angenommen. "Es rauscht im Stammbusch" lautet das Fazit von Thorwald Ewe.

Der zweite Teil der Titelgeschichte dreht sich um zwei vermutlich zentrale Aspekte in der menschlichen Evolutionsgeschichte: Die Nutzung des Feuers und die Aufbereitung von Nahrung durch Kochen. Eines ist in diesem Zusammenhang grundsätzlich klar: Der Mensch muss einen enormen Energiefresser stets ausreichend mit Nahrung versorgen: sein Gehirn. Das Garen von Nahrung über dem Feuer spielte deshalb wohl eine zentrale Rolle bei der Menschwerdung, führt Thorwald Ewe aus. Denn das Rösten von Knollen und Fleisch erschloss neue Energiequellen und verkürzte das Kauen und die Verdauung.

Somit konnte sich der Mensch das Organ zunehmend leisten, das ihn letztlich so erfolgreich gemacht hat – sein Gehirn. Doch die Bedeutung des Feuers geht über diesen Aspekt hinaus, betont Ewe: Lagerfeuer erweiterten den Tag um viele Stunden, in denen die Menschen soziale Kontakte pflegen konnten. Im Feuerschein konnte sich der Mensch vermutlich besonders gut kulturell fortentwickeln, was zu einem zentralen Erfolgsrezept unserer Spezies avancierte.

Das Titelthema "Die neue Geschichte des Menschen – wie der Homo zum Sapiens wurde" finden Sie in der Dezember-Ausgabe von bild der wissenschaft, die ab dem 21. November im Handel erhältlich ist.

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